Gewinner des australischen Frisur-Wettbewerbs "Ich habe tolle Haare und tolle Moves"

Kein Jugendlicher hat einen schöneren Vokuhila als Alex Keavy, das hat eine australische Jury entschieden. Hier spricht er über Spott, die Zutaten für eine gute Frisur - und ein Kunstwerk namens Rudi Völler.

Robyn Keavy

Ein Interview von , Sydney


Er kann es noch gar nicht fassen, erzählt Alex Keavy aufgeregt am Telefon. Noch keine 24 Stunden ist es her, da hat er in der australischen Kleinstadt Kurri Kurri einen Wettbewerb gewonnen, der ihm sehr am Herzen lag: Beim sogenannte Mulletfest wurden die besten Vokuhilas gesucht, mullet ist die englische Bezeichnung für den Vorne-kurz-hinten-lang-Haarschnitt.

Etwa 150 Teilnehmer kamen, es gab fünf Kategorien, darunter auch eine für Junior-Vokuhilas. Gewonnen hat: Alex Keavy.

SPIEGEL ONLINE: Herzlichen Glückwunsch zum Titel. Was ging dir durch den Kopf, als du das Urteil der Jury gehört hast?

Alex Keavy: Ich dachte: 'Ich? Wirklich?' Ich konnte es nicht fassen. Die Konkurrenz war riesig, rund 25 Kinder und Jugendliche waren in meiner Kategorie dabei, sie hatten alle so viele Haare und waren so gestylt.

SPIEGEL ONLINE: Was glaubst du, warum sich die Jury für dich entschieden hat?

Alex Keavy: Ich habe tolle Haare und tolle Moves. Die anderen waren nervös, aber ich habe getanzt, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Band "The Three Mulleteers" hat für jeden Kandidaten einen Song gespielt, Rock aus den Achtzigern und Neunzigern. Und wenn ich die Chance bekomme, auf einer Bühne zu stehen und Menschen zu unterhalten - dann mache ich das.

SPIEGEL ONLINE: Was macht einen richtig guten Vokuhila aus?

Alex Keavy: Es ist eine Einstellungssache. Du musst aus dir herausgehen können und selbstbewusst sein. Und du musst Aufmerksamkeit genießen.

SPIEGEL ONLINE: Wie bist du zu deinem Vokuhila gekommen?

Alex Keavy: Ich trage meinen seit zwei Jahren, ich war damals zehn. Mein älterer Bruder Cooper hatte einen, das sah ziemlich cool aus. Er hat sich die Haare dann aber wieder abschneiden lassen. Er war nicht Manns genug. Und ich wette, nach dem Wettbewerb ist er neidisch auf mich.

SPIEGEL ONLINE: Was halten Schulkameraden und Freude von deinem Haarschnitt?

Alex Keavy: Manche finden ihn total toll. Andere finden ihn: Ihhhhh. Aber die kümmern mich nicht.

SPIEGEL ONLINE: Also hast du noch nie überlegt, dir eine andere Frisur zuzulegen?

Alex Keavy: Ich würde mir die Haare allerhöchstens schneiden lassen, um sie dann für einen guten Zweck zu verkaufen. Aber danach würde ich sie gleich wieder wachsen lassen. Mein Motto ist: Für immer Vokuhila!

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18  Bilder
Mulletfest in Kurri Kurri: "Für immer Vokuhila"

SPIEGEL ONLINE: Du hast 50 Dollar Preisgeld bekommen. Was machst du damit?

Alex Keavy: Ich lade meine Freundin Rosaria zu Upper Crust ein, die machen die besten Meatpies der Stadt.

SPIEGEL ONLINE: Hat sie auch einen Vokuhila?

Alex Keavy: Nein. Aber ich glaube, sie mag meinen.

SPIEGEL ONLINE: Wer sind deine Frisuren-Vorbilder?

Alex Keavy: Die AFL-Spieler Warwick Capper und Tony Lockett. Mein Papa hatte in den Achtzigerjahren auch einen Vokuhila, ich kann gar nicht aufhören zu lachen, wenn ich die alten Fotos sehe, er sah so cool aus.

SPIEGEL ONLINE: Hast du schon mal von Rudi Völler gehört?

Alex Keavy: Rudi wer?

AFP

Alex sieht ein Foto von Völler aus dem Jahr 1990, samt Vokuhila und Oliba.

Alex Keavy: Der Schnurrbart ergänzt den Vokuhila perfekt. Das ist ein Kunstwerk.



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
batewoman 25.02.2018
1. Bestes Interview seit langem.
Respekt an Alex Keavy, aber auch an Anna-Lena Roth.
BettyB. 25.02.2018
2. SPON übertrifft sich selbst
Gratulation...
mitchmaicon 26.02.2018
3. Mit 12 schon so launig und schlagfertig
Habe herzlich gelacht, vielen Dank für dieses erfrischende Interview.
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