Silvesterpartys 2018 ist da! So feiert Deutschland den Jahreswechsel

Frohes neues Jahr! Millionen Menschen haben in Deutschland die Jahreswende gefeiert. In Köln hat sich das Konzept einer "böllerfreien Sicherheitszone" wohl bewährt. In Berlin meldete die Polizei " ganz vereinzelt" sexuelle Übergriffe.

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2018 ist da! Mit einem riesigen Feuerwerk haben am Brandenburger Tor in Berlin Hunderttausende Menschen das neue Jahr begrüßt. Bei der größten Silvesterfeier Deutschlands herrschte großer Andrang, alle Zugänge zur Festmeile wurden etwa eine Dreiviertelstunde vor Mitternacht komplett geschlossen, wie die Berliner Polizei am Sonntag über Twitter mitteilte. Die Sprecherin der Veranstaltung, Anja Marx, bezifferte die Zahl der Menschen auf der knapp zwei Kilometer langen Partymeile auf "mehrere Hunderttausend".

Moderiert wurde die Party an dem Berliner Wahrzeichen von Johannes B. Kerner und Andrea Kiewel. Zum Bühnenprogramm zählten Künstler wie Conchita, die Münchner Freiheit und die Spider Murphy Gang. Zum Jahreswechsel trat Wincent Weiss mit seinem Song "Feuerwerk" auf.

Die Berliner Polizei erklärte kurz vor Mitternacht, bislang sei die Silvesternacht in der ganzen Stadt "sehr ruhig verlaufen". Auch die Feier am Brandenburger Tor sei eine "sehr friedliche Veranstaltung", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. "Ganz vereinzelt" habe es dort sexuelle Übergriffe gegeben. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden.

Zu der Partymeile am Brandenburger Tor zählt dieses Jahr eine speziell für Frauen eingerichtete Schutzzone, die sogenannte "Women's Safety Area". Nach Angaben von Sprecherin Marx handelt es sich um einen Bereich des Roten Kreuzes, "wo sich Frauen, die belästigt wurden, unterhalten können, durchatmen und sich hinsetzen".

Auch in Köln und München gab es vorerst keine besonderen Vorkommnisse während der Silvesternacht, wie die Sprecher der Polizeien vor Ort AFP sagten. In Köln war die Polizei mit einem Großaufgebot von 1400 Beamten im Einsatz, nachdem es vor zwei Jahren an Silvester massenhaft sexuelle Belästigungen von Frauen und Diebstähle gegeben hatte.

Vor einem Jahr konnte die Kölner Polizei dann Übergriffe verhindern, dafür handelte sie sich Rassismus-Vorwürfe ein. Kritisiert wurde, dass die Polizei am Hauptbahnhof Hunderte nordafrikanisch und arabisch aussehende Männer überprüft hatte. Im Anlauf zur diesjährigen Silvesternacht hat die Polizei betont, dass sie nicht nach Aussehen oder Nationalität kontrolliere, sondern nach auffälligem Verhalten.

Rund um den Dom hatte die Stadt dieses Mal eine böllerfreie Sicherheitszone eingerichtet. Vor allem auf dem Bahnhofsvorplatz wollte die Polizei verhindern, dass sich größere Gruppen bilden.

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Silvester: Feuerwerk über Deutschland

"Die Lage ist heute ausgesprochen ruhig und angenehm", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) noch am Silvesterabend im Rathaus. Polizeipräsident Uwe Jacob bestätigte etwa zur selben Zeit: "Die Lage ist sehr ruhig zurzeit." Es habe bisher 54 Personenkontrollen und neun Platzverweise gegeben. "An jedem normalen Wochenende ist in Köln mehr los - bisher." Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, man müsse abwarten, wie die Nacht sich noch entwickle. Das Sicherheitskonzept, das Köln entwickelt habe, sei in jedem Fall "spannend und hochinteressant".

Auch ein Sprecher der Hamburger Polizei bezeichnete die Lage in der Stadt als "relativ entspannt", besondere Vorkommnisse habe es bisher nicht gegeben. Auf dem Kiez rund um die Reeperbahn seien auffällig wenige Frauen und "auffällig viele augenscheinlich männliche Südländer" unterwegs gewesen, fügte der Sprecher hinzu.

Vor zwei Jahren waren zahlreiche Frauen in der Silvesternacht sexuell belästigt worden. Die Hamburger Polizei setzte deshalb auch in diesem Jahr Absperrgitter, zusätzliche Straßenbeleuchtung und Videoüberwachung ein.

Auch in vielen anderen deutschen Städten wie Frankfurt am Main und im Ruhrgebiet sollte ein Polizeiaufgebot Übergriffe wie in der Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren verhindern.

Allzu dick anziehen mussten sich die Feiernden in Deutschland draußen nicht. Überall im Land war es relativ mild, der Wärmerekord wurde knapp verfehlt. In der Nacht sollte es aber vielerorts regnen und sehr windig werden.

koe/itz/dpa/AFP



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