Silvesterpartys Die Welt feiert 2011

Goodbye 2010, willkommen im Jahr 2011: Milliarden Menschen haben das neue Jahr mit riesigen Feuerwerken begrüßt. Doch in Deutschland hat die Knallerei auch Hunderte Brände ausgelöst, mindestens vier Menschen starben.


Berlin - Das Jahr 2011 ist da. Milliarden Menschen auf dem ganzen Globus haben das neue Jahr mit Partys und grandiosen Feuerwerken begrüßt. Massenfeten mit Hundertausenden gab es etwa in London, Berlin und Rio de Janeiro.

Friedlich und ausgelassen ging es auf der größten deutschen Party in Berlin zu, die Polizei meldete keine Probleme. Insgesamt kamen laut Veranstalter rund eine Million Menschen. Um 22.30 Uhr wurde das Gelände wegen des großen Andrangs geschlossen.

Um Mitternacht dann viele Aaaahs und Oooohs: Das Feuerwerk unter dem Motto "Architektur am Himmel" des Künstlers Gert Hof erhellte das Brandenburger Tor fast 15 Minuten lang. Gänsehautstimmung, als der britische Tenor Paul Potts aus voller Brust sein "Nessun Dorma" (Keiner schlafe) schmetterte. Potts sagte, er habe noch nie vor so vielen Menschen gesungen. Danach trat auch noch David Hasselhoff auf und schmetterte sein unvermeidliches "Looking for Freedom".

Auch in anderen europäischen Metropolen strömten Menschenmassen zu den öffentlichen Feiern. In Paris drängelten sich auf der Prachtmeile Champs-Elysées nach Polizeiangaben zu Spitzenzeiten etwa 350.000 Menschen. Weitere 50.000 Menschen ließen am Trocadero-Platz nahe des Eiffelturms die Sektkorken knallen.

In Spaniens Hauptstadt Madrid versammelten sich Tausende Menschen auf dem Platz Puerta del Sol und zählten die letzten Sekunden bis zum neuen Jahr. Gemäß der spanischen Tradition verzehrten viele von ihnen zwölf Trauben, eine für jeden Glockenschlag um Mitternacht, um im neuen Jahr das Glück für sich zu pachten.

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Silvester rund um den Erdball: Willkommen 2011
Auf dem Times Square in New York beobachteten rund eine Million Menschen, wie traditionell eine Glitzerkugel über ihren Köpfen herabgelassen wurde. Der Winterdienst der US-Metropole hatte in den Tagen zuvor hart daran gearbeitet, den Platz mit den vielen bunten Leuchtreklamen im Herzen Manhattans vom Schnee zu befreien. Vor knapp einer Woche hatte ein Blizzard über New York mehr als 80 Zentimeter Neuschnee abgeladen.

Angenehmere Temperaturen herrschten in Rio de Janeiro. Am 4,5 Kilometer langen Strand der Copacabana bekamen die Besucher nicht nur ein 20-minütiges Feuerwerk zu sehen, sondern erstmals auch das Logo für die Olympischen Spiele 2016.

Vier Menschen sterben bei Wohnungsbränden

Getrübt wurde das Bild in Deutschland durch zahlreiche Brände. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Oftmals gerieten Mülltonnen und Altkleidercontainer in Brand. Zudem gab es deutschlandweit mehrere Balkonbrände. In Bayern kamen zwei Frauen bei Wohnungsbränden ums Leben.

Bei einem Dachstuhlbrand in der Innenstadt von Kiel stürzten mehrere Decken ein, drei Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie es zu dem Brand kam, war zunächst noch unklar. Das Haus wurde durch die Flammen zerstört, 18 Bewohner verloren am Silvesterabend ihre Bleibe. Sie kamen bei Freunden und im Hotel unter.

In Bad Reichenhall (Landkreises Berchtesgadener Land) gab es in der Nacht drei größere Brände, die auf Feuerwerkskörper zurückzuführen waren. Eine 51-Jährige wurde tot in einer Wohnung aufgefunden, nachdem auf dem Balkon Wunderkerzen angebrannt worden waren.

Bei einem Schwelbrand in einer Wohnung in Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) ist am frühen Samstagmorgen eine Frau ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurde sie leblos in der Wohnung gefunden. Eine weitere Person wurde leicht verletzt. Die Brandursache war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

In Saarlouis stürzten bei einem Wohnungsbrand das Dach und eine Decke eines Wohnhauses ein. Ein Ehepaar wurde aus den Flammen gerettet, das Haus ist allerdings unbewohnbar. Laut Polizeiangaben besteht ein Zusammenhang zwischen den Brand und dem Silvesterfeuerwerk. Im Umfeld des Hauses sollen viele Feuerwerksreste gefunden worden sein.

In Berlin-Lichtenberg brach im 15. Stock eines Hochhauses ein Brand aus. Nach Angaben der Feuerwehr vom Samstagmorgen waren in Berlin-Lichtenberg auch Menschen in Gefahr. Das Feuer war nach ersten Ermittlungen nach dem Zünden von Silvesterknallern ausgebrochen.

cte/dpa/AFP



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zweieckenkreis 01.01.2011
1. Diese
Welt hat ernsthaft Probleme und jedes Land seine Bürde aber feiern können Sie alle!
Roueca 01.01.2011
2. Kann ich nicht verstehen...
...diese Riesenfeier. Da hat der Bürger kein Geld wenn er krank ist, aber zum in die Luft ballern langt es allemal. Berlin versinkt in Schulden, der Staat versinkt in Schulden, aber was solls, man gönnt sich ja sonst nichts! Verkehrte Welt! Und für jeden Menschen der dadurch ums Leben kommt, es ist 1 Mensch zuviel.
Hoppelboppel 01.01.2011
3. Beten ist die bessere Alternative
Zitat von sysopGoodbye 2010, Willkommen in 2011: Milliarden Menschen haben das neue Jahr mit riesigen Feuerwerken begrüßt. Doch in Deutschland hat die Knallerei auch Hunderte Brände ausgelöst, mindestens vier Menschen starben. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,737322,00.html
*Das ist der Preis des jährlichen Wahnsinns ! Kollektives Besäufnis, Grölerei bis zum Abwinken ... ... und das nennen wir Feiern ! Nein Danke, ohne mich ! Da habe ich großen Respekt vor den Japanern, die zum Jahreswechsel andächtig beten!*
Kassian 01.01.2011
4. .
Die Australier verstehen wenigstens was von Feuerwerk, das ganze sieht äußerst beeindruckend aus. Und außerdem: wen interessiert es wieviel Geld da in den Himmel geschossen wird, das ist nur ein Tag im Jahr. Wichtiger wäre wenn der Staat und bestimmte seiner Bürger die nicht mit Geld umgehen können über das ganze Jahr gesehen versuchen würden zu sparen. Frohes neues Jahr. :)
akrisios 01.01.2011
5. Berlin 2011
Ich bin so froh NICHT bei dem Massenwahn dabei gewesen zu sein wie bei einem Flugzeugabsturz. Lobet den Herrn. Danke. Dieses jährlich geheuchelte Anschmiegen im Kollektiv war mir schon mein ganzes Leben suspekt. Grauenhaft. Wünsche aber Frohes Neues (das ist noch ok ;-)
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