PR-Aktion Simbabwes First Lady verzichtet auf Mahlzeiten

Die Frau von Simbabwes Diktator Robert Mugabe geht gern shoppen, während ihre Mitbürger unter Hunger leiden. Laut einem Bericht erklärte sie in einem Armenviertel nun, sie wolle künftig weniger essen - aus Solidarität.

Simbabwes First Lady Grace Mugabe: Gegen den Hunger fasten
AP/dpa

Simbabwes First Lady Grace Mugabe: Gegen den Hunger fasten


Simbabwes First Lady Grace Mugabe hat verkündet, sie wolle aus Solidarität mit den Hungernden in ihrem Land künftig weniger essen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Bei einer Kundgebung in einem Armenviertel der Landeshauptstadt Harare sagte sie demnach Anhängern, sie verzichte auf einige ihrer Mahlzeiten, um Mitgefühl mit den Simbabwern zu zeigen, die sich nicht mal einmal pro Tag etwas zu essen leisten könnten.

Grace Mugabes 91-jähriger Ehemann, Diktator Robert Mugabe, regiert das Land im Süden Afrikas seit 1980. Die einstige britische Kolonie gerät seit 20 Jahren von einer Wirtschaftskrise in die nächste. Die EU hat wegen der Unterdrückung der Opposition und Wahlfälschungen Einreisesperren gegen ihn verhängt. Laut Welternährungsprogramm benötigen zudem 1,5 Millionen Simbabwer wegen der wiederkehrenden Dürren Nahrungsmittelhilfe.

Zumindest gegen den Hunger glaubt die 50-jährige Grace Mugabe nun eine Lösung gefunden zu haben. Im Slum soll sie laut dem Bericht versprochen haben, die Menschen könnten ein schönes Weihnachtsfest feiern, da sie nun "Goodies" mitgebracht habe - tonnenweise Mais und Reis. Sie spendet demnach auch Essen, Kleidung und von der Regierung zum Teil bezahlte Traktoren.

Über den Gesundheitszustand ihres Mannes gab es zuletzt immer wieder Spekulationen. Im September hielt der Präsident im Parlament eine Rede, die er vor einem Monat schon einmal gehalten hatte.

apr/AP

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insgesamt 11 Beiträge
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Mondaugen 19.11.2015
1. Marie Antoinette
Ähnlich schlaue Bemerkungen gab vor über 200 Jahren schon die französische Königin von sich ("Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen"). Wo das endete, wissen wir, und da der Herr Gemahl sich dem Ende nähert, sollte Madam Grace sich schon mal Gedanken über ihre Zukunft machen.
hegade 19.11.2015
2. Die unendliche Geschichte...
Simbabwe war ein wohlhabendes Land mit reichlich Getreide-Export. Dann kam der Herr Mugabe und hat in seiner göttlichen Weisheit die weißen Farmer enteignet und durch Einwohner ersetzt, die nicht unbedingt dafür geeignet waren. Heute muß Simbabwe Getreide importieren, um nicht zu verhungern. Ob aus dem Kontinent noch einmal etwas wird...
Oskar ist der Beste 20.11.2015
3. bitte nicht solche Klischees.
in Zimbabwe hungert niemand, ja es gibt immer noch internationale Lebensmittelhilfen, aber das bedeutet nicht, daß in dem Land alle alle schon halbtot sind. Und auch wenn uns das Verhalten wie das von Grace Mugabe (das ist ihr offizieller Titel) teilweise merkwürdig vorkommt, es gibt in dem Land viel Unterstützung für den Mugabe clan. (wenn auch nicht mehrheitlich). Und wenn wir den Menschen in dem Land helfen wollen, dann sollten wir dort Urlaub machen anstatt uns über die Repräsentanten dieses Landes lustig zu machen (was übrigens auch einen rassistischen Einschlag hat.)
joha0412 20.11.2015
4. Das ist eine tolle Idee
und sollte schnellstens nach Deutschland adaptiert werden: Gabriel kürzt seine taglichen Portionen um 19 Gramm, Altmeier wird nur mehr maximal 50 Bratwürste pro Woche essen, Steinmeiyer beschränkt die Einladungen zur Völlerei auf 2 pro Tag und generell wird die Fleischzufuhr in der Bundestagskantine auf 2kg pro Mann und Tag begrenzt. Die daraus erwirtschafteten Überschüsse bekommt Frau Nahles und sie kann es entweder an die Aufstocker verteilen (2 Cent pro Jahr) oder, um die Begehrlichkeiten nicht unmäßig zu steigern die Summe in den Betreuungszuschuss für Kinder doppelverdienender Eltern einzuspeisen. Alleinerziehende sind vom Program auszuschließen da hier der Mißbrauch beim übermäßigen TV-Konsum gegeben ist.
aschu0959 20.11.2015
5. Es rührt mich zu Tränen:
Aus Solidarität mit den Hungernden zu fasten.... Immer wieder herzergreifend, wie die reichsten der Welt sich um die Ärmsten sorgen......
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