Geschäftssinn Australische Firma verkauft Chinesen Luft in Dosen

130 Atemzüge für 18,80 Dollar: Eine australische Firma verkauft Luft in Dosen. Vor allem vom Smog geplagte Chinesen greifen zu.

Smog in Peking 2014
REUTERS

Smog in Peking 2014


Saubere Luft ist in China teuer. Mit elektrischen Luftfiltern kämpfen Geschäfte, Bars und betuchte Privathaushalte gegen den Smog. Aus diesem Umstand schlägt ein australisches Unternehmen Profit. Mit gepresster Luft in Dosen wollen John Dickinson und sein Geschäftspartner Theo Ruygrok geplagten Großstädtern ein paar gesunde Atemzüge verschaffen.

Für 18,80 australische Dollar bieten die beiden im auf Englisch und Chinesisch verfassten Webshop der Firma Green and Clean Dosen mit Luft von bekannten Urlaubsorten in Australien und Neuseeland an. Zu kaufen gibt es Dosen, die Luft vom Bondi Beach, der Goldküste oder den blauen Bergen enthalten sollen - eine Maske zum Inhalieren inklusive. Das Versprechen: 130 Atemzüge reine Luft.

"Wir möchten allen Menschen weltweit die Chance geben, etwas von unserer wunderbaren Luft zu probieren", sagte John Dickinson dem "Sydney Morning Herald". Die Dosen seien demnach als Souvenir für Touristen gedacht gewesen, doch chinesische Urlauber hätten sie vor allem unter dem Gesundheitsaspekt gekauft.

Der australische Sender 7 News lässt in einem Bericht über das "Air-Farming" eine chinesische Importeurin zu Wort kommen, die sich die Luft in Dosen in Paketen schicken lässt. Doch nicht alle sind vom Geschäft der Australier begeistert. Auf Twitter schreibt ein Nutzer "schrecklich" - und beklagt die Umweltschäden durch die Verpackung.

Die gravierende Luftverschmutzung in China kostet nach Angaben von US-Forschern jeden Tag mehr als 4000 Menschen das Leben. Durchschnittlich 38 Prozent des Milliardenvolks atmen demnach - gemessen an US-Standards - ungesunde Luft ein.

apr



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