Smog und Nebel: Dicke Luft in Peking

Fahrverbot fürs Auto, Industrie im Leerlauf, Baustopp - trotz all dieser Maßnahmen lichtet sich der Smog über Peking bislang nicht. Die Olympia-Organisatoren sagen, an der Dunstglocke über der Stadt sei das Wetter schuld, denn "wo es neblig ist, das ist die Sicht schlecht".

Nur mal angenommen: US-Weltrekord-Sprinter Tyson Gay sitzt im Startblock, voll konzentriert, wartet auf den Startschuss für das 100-Meter-Olympia-Finale, schaut kurz hoch, die Bahn runter - und sieht das Ziel nicht - denn das liegt im Nebel. Alles Quatsch?

Der Tiananmen Platz am 27. Juli: In zehn Tagen soll die Luft rein sein
REUTERS

Der Tiananmen Platz am 27. Juli: In zehn Tagen soll die Luft rein sein

Mitnichten. Peking drückt der Dauersmog. In zwei Wochen starten hier die Olympischen Spiele, am Sonntag wurde erst einmal das Olympische Dorf eröffnet. Doch auch am Sonntagvormittag lag eine Glocke aus dichtem Dunst und Smog über der Stadt. Schuld seien "extreme Wetterbedingungen" und "Nebel", sagten die Organisatoren.

Die Sicht lag gerade mal bei etwa 100 Metern. Das reicht nicht mal, um im Stadion von einer Seite zur anderen zu schauen. Sollte die Luftqualität nicht ausreichen, würden "weitere Maßnahmen" ergriffen, sagte Du Shaozhong. Und im Übrigen: "Egal in welchem Land, wenn es neblig ist - ist die Sicht immer schlecht."

Autos dürfen nicht fahren, Kraftwerke sind im Leerlauf

Die chinesischen Behörden haben in den vergangenen Wochen bereits Fahrverbote verhängt, Schwerindustrie und Kohlekraftwerke heruntergefahren, sowie die Bautätigkeit eingeschränkt. Seit Jahresbeginn seien die Normen für Luftqualität bereits an mehr als 70 Prozent aller Tage erreicht worden, sagte Du Shaozhong. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Zusagen halten können."

In Peking wohnen etwa 17 Millionen Menschen, es sind knapp 3,3 Millionen Autos zugelassen. Seit der vergangenen Woche gelten massive Einschränkungen: Autos dürfen je nach Nummernschild nur noch an geraden oder ungeraden Tagen fahren. Die Straßen sind trotzdem nicht plötzlich halb so voll.

Umweltvizedirektor Du Shaozhong ist trotzdem optimistisch: "Wir können garantieren, dass die Luftqualität bei den Spielen zufriedenstellend sein wird". Die Fahrverbote und der Industrie-Stopp seien sehr wirksam, "aber es dauert einige Zeit, bis wir Ergebnisse haben."

maf/dpa, ap

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