Spanien Mindestens 28 Verletzte bei Stierhatz in Pamplona

Acht Tage dauerten die Stierrennen im spanischen Pamplona. Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden dabei aufgespießt, mitgezerrt oder durch die Luft geschleudert.

Die achte und für dieses Jahr letzte Stierhatz in Pamplona
RODRIGO JIMENEZ/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die achte und für dieses Jahr letzte Stierhatz in Pamplona


Beim traditionellen Stiertreiben von Pamplona sind laut der Nachrichtenagentur AP in diesem Jahr mindestens 28 Menschen verletzt worden. dpa berichtet von 31 Verletzten, AFP sogar von 42 Verletzten.

Zwei von ihnen seien im Laufe des einwöchigen Festes in der nordspanischen Stadt vom Horn eines Stiers durchbohrt worden, teilte die Regionalregierung mit. Ein Mann wurde zudem in die Luft geschleudert, weil er auf sein Smartphone geschaut und den Stier hinter sich nicht bemerkt hatte.

Ein 38 Jahre alter Spanier, der vor einer Woche beim ersten Rennen am Bein und am Gesäß aufgespießt worden war und eine sechs Zentimeter lange Wunde erlitten hatte, wurde am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen.

Bange Momente gab es auch zum Abschluss der Stiertreiben, als ein Franzose von einem Bullen am Halstuch erwischt und mehrere Meter mitgezerrt wurde. Der 27-Jährige und sechs weitere Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, so das Rote Kreuz. Kein Läufer sei aber schwer verletzt worden, die meisten hätten nur Prellungen erlitten, hieß es.

Beim mehrtägigen Fest Sanfermines werden allmorgendlich Stiere durch die historische Altstadt von Pamplona zur Arena getrieben, wo sie später von Torreros getötet werden. Die Teilnehmer der Stierhatz rennen vor den Tieren 875 Meter durch die engen Gassen. Dabei gilt es als besonders mutig, die Stiere möglichst nah an sich herankommen zu lassen.

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Sanfermines-Festival: Traditionelles Stierrennen in Pamplona

Immer wieder werden dabei Menschen verletzt oder gar getötet. Seit 1910 starben 16 Teilnehmer der Stierhatz, den bislang letzten Todesfall gab es 2009. Das Festival zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an.

Tierschützer protestierten auch dieses Jahr wieder gegen die Veranstaltung, die inzwischen auch in Spanien umstritten ist. Man wolle, dass mit den öffentlichen Geldern, die für Stiertreiben und -kämpfe ausgegeben werden, "positive Werte gefördert werden und nicht der Spaß an der Beobachtung der bis zum Tod gefolterten Tiere", sagte Aida Gascón von der Organisation AnimaNaturalis.

Knapp 190.000 Menschen hatten bis Samstag eine Petition der Gruppe für das Ende der Stierkämpfe in Spanien unterstützt.

lov/AFP/AP/dpa



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