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23. Juni 2012, 11:10 Uhr

Tunick-Aktion in München

Nacktkunst bei Sonnenaufgang

Tausende Menschen in München haben am frühen Samstagmorgen ihre Kleider von sich geschmissen - angepinselt mit goldener und roter Farbe ließen sie sich vom US-Künstlers Spencer Tunick verewigen.

München - Teile der Innenstadt wurden gesperrt: Gleich an vier Orten in der bayerischen Hauptstadt hat Spencer Tunick bei knackigen 13 Grad Celsius seine Nacktmodelle für eine Körperinstallation versammelt.

Insgesamt 1700 Menschen beteiligten sich an dem Kunst-Event. Tunick und sein Team gruppierte die Nackten zu lebenden Bildern und hielt diese auf Foto und Video fest.

Die Teilnehmer zogen sich ab 3 Uhr morgens aus, bemalten sich dann nach Anweisung des Künstlers selbst mit roter und goldener Körperfarbe. Die farbigen Leiber formierten sich an vier verschiedenen Orten zu Elementen aus Richard Wagners "Ring des Nibelungen".

Kurz nach Sonnenaufgang um 5.15 Uhr machte Tunick seine ersten Aufnahmen auf der Ludwigstrasse mit Blick auf das Siegestor. Hunderte rote Körper formten eine Flamme, sinnbildlich für Wagners Unterwelt "Nibelheim". Die Bayerische Staatsoper startete mit dem Projekt ihre Opernfestspiele.

Der New Yorker Aktionskünstler arbeitet seit 1992 weltweit mit menschlichen Körpern im öffentlichen Raum. Die Münchner Installation ist seine zweite in Deutschland. Tunick selbst soll schamhaft sein. Nur ein einziges Mal hat er sich für eines seiner Werke ausgezogen.

jul/dpa/dapd

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