Plus-Size-Model in "Sports Illustrated" Selbstvertrauen ist die goldene Regel

Ashley Graham hat es geschafft: Trotz Kleidergröße 44 darf sie in der neuesten Ausgabe von "Sports Illustrated" Bikinis präsentieren. Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer neuen Körperwahrnehmung, betonen die Macher.

AFP

Diese Woche erscheint die Bademodenausgabe von "Sports Illustrated" - und schon jetzt ist die Aufregung groß: Nichts weniger als ein Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung des weiblichen Körpers soll hier vollzogen werden, denn: Plus-Size-Model Ashley Graham - Kleidergröße 44 - darf für das US-Label Lane Bryant in knappen Bikinis ihre Rundungen zeigen. Das hat sie zwar schon im vergangenen Jahr getan, allerdings nur im Rahmen einer Werbekampagne.

2016 hat sie es in den redaktionellen Teil des Heftes geschafft. "Es ist offiziell", freute sich die 28-Jährige auf Instagram, "ich bin ein Sports-Illustrated-Swimwear-Model." Dazu postete Graham zwei Fotos aus der neuen Kampagne. "Selbstvertrauen ist meine goldene Regel", schreibt sie unter eine Aufnahme, die sie im güldenen Bikini vor dramatischem Wolkenhimmel zeigt. "Hier wird ein Traum wahr", so das Model weiter. "Ich danke jedem, der sich für Kurven einsetzt - unsere Stimmen wurden gehört."

Schon in der Vergangenheit hat das Model aus Lincoln im US-Bundesstaat Nebraska erkannt, dass es viel mehr tun kann, als nur Klamotten zu präsentieren. "Ich habe verstanden, dass ich meine Modelkarriere nutzen kann, um etwas zu verändern und die Mode-Industrie aufzumischen." Also habe sie begonnen, sich als "Körperaktivistin" zu verstehen, um das öffentliche Verständnis von Schönheit neu zu definieren.

Lane Bryant wollte mit der neuen Kampagne "This Body", ("Dieser Körper"), an die Erfolge der vorangegangenen Übergrößen-Hits anknüpfen - #imnoangel und #PlusIsEqual. Die New Yorker Modefotografin Cass Bird hat die Bilder für die aktuelle Kampagne gemacht, bei der neben Graham so bekannte Models wie Precious Lee, Tara Lynn, Denise Bidot und Georgia Pratt mitmachen.

Das Unternehmen Lane Bryant erklärte schon vor dem Start der Kampagne: "Wir beobachten immer denselben Stereotyp der Frau mit Übergröße in den Medien: Sie ist unglücklich, vermittelt ein geringes Selbstwertgefühl, ist nicht gut gekleidet und verbringt ihre Abende offenbar zu Hause, wo sie von einem besseren Leben träumt." "This Body" solle die Frau zeigen, "wie sie wirklich ist": "Sie steht auf die neuesten Fashion-Trends. Sie kauft begehrte Marken. Sie sollte auf den Seiten der heutigen Modemagazine sein und sie ist der nächste Broadway-Star. Sie kämpft im Boxring. Sie ist die Stimme der Frauen überall."

Mag sein. Aber die normalgebaute Frau - und das sollte bei aller Notwendigkeit einer Debatte um gesundheitsschädliche Ideale einer kranken Modeindustrie nicht vergessen werden - lässt sich derzeit auch ganz schön gut verkaufen.



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