Starbucks-Kundenaufruf Kaffee ohne Waffe

Starbucks ist zwischen die Fronten der hitzigen Waffendebatte in den USA geraten. Nun hat die Kaffeehauskette ihre Kunden gebeten, in ihren Filialen keine Waffen mehr zu tragen.

Pistolen in Atlanta: Streit um das Waffenrecht in den USA
DPA

Pistolen in Atlanta: Streit um das Waffenrecht in den USA


Seattle - Waffengegner protestierten gegen die Kaffeehauskette Starbucks, weil dort das Tragen von Waffen erlaubt ist, solange die Gesetze in dem jeweiligen US-Bundesstaat es zulassen. Nun reagiert das Unternehmen und bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Er bitte die Kunden "in aller Höflichkeit, Waffen nicht länger in die Läden oder den Außensitzbereich mitzubringen", schrieb Firmenchef Howard Schultz im Firmenblog. "Waffen in unseren Läden sind für viele unserer Kunden beunruhigend und verstörend." Allerdings handele es sich nicht um ein Verbot von Waffen, vielmehr setze man auf freiwillige Einsicht.

Starbucks war in den USA zwischen die Fronten von Waffengegnern und Waffenfreunden geraten. Waffenfreunde hatten wegen der bisherigen Duldung im August einen "Tag der Wertschätzung für Starbucks" ausgerufen. Das wiederum rief eine Initiative auf den Plan, die nach dem Schulmassaker von Newtown für schärfere Gesetze kämpft. Die "Newtown Coalition For Corporate Responsibility" rief Schultz auf, dem Beispiel von Firmen wie Ikea oder Disney zu folgen und von seinem Recht Gebrauch zu machen, Waffen auf Privatgelände zu verbieten.

Man habe sich nur nach den jeweiligen lokalen Gesetzen gerichtet, erklärte Schultz. "Wir sind der Auffassung, dass das Waffenrecht eine Sache der Regierung und der Gesetzeshüter ist - und nicht von Starbucks und unseren Geschäftspartnern." Die Diskussion werde in letzter Zeit "unhöflich und in manchen Fällen sogar bedrohlich" geführt. Waffenaktivisten hätten die Läden als Bühne genutzt, um die Kette als Verfechter des offenen Waffentragens darzustellen. "Um es ganz klar zu sagen: Wir wollen diese Veranstaltungen in unseren Läden nicht haben."

Schultz veröffentlichte seinen Aufruf einen Tag nachdem ein ehemaliger Marinereservist in einem Kommandozentrum der US-Navy in Washington zwölf Menschen erschossen hatte.

hut/dpa/AFP



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