Hamburg - Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Alleinlebenden in Deutschland auf einen Höchstwert gestiegen: Jeder fünfte Bundesbürger wohnte ohne Partner, Familie oder Mitbewohner, insgesamt sind das 15,9 Millionen Menschen. Dem aktuellen Mikrozensus zufolge ist die Zahl in den vergangenen 20 Jahren um 40 Prozent gestiegen.
Besonders betroffen von dem Anstieg sind demnach Männer. Zwischen 1991 und 2011 erhöhte sich die Quote der Alleinlebenden von elf auf 19 Prozent. Der Anteil der Single-Haushalte bei Frauen stieg dagegen von 18 auf 21 Prozent. Auffällig ist bei den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass viele der alleinlebenden Frauen der Statistik zufolge in Führungspositionen arbeiten.
Die Werte sind jedoch nicht nur abhängig vom Geschlecht, sondern auch vom Umfeld: je größer die Stadt, desto größer die Quote der Alleinlebenden. In Großstädten mit mindestens 500.000 Einwohnern wohnten im vergangenen Jahr knapp 29 Prozent der Bevölkerung allein. In kleinen Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern waren es nur 14 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer lag Berlin vorn: Dort lebten im vergangenen Jahr 31 Prozent der Einwohner in einem Single-Haushalt.
Alleinlebende sind den Angaben zufolge doppelt so häufig von Armut betroffen wie der Durchschnitt der Bevölkerung: 17 Prozent der betroffenen Männer mittleren Alters bekommen für ihren Lebensunterhalt Geld vom Staat. Der Anteil ist dreimal so hoch wie bei ihren Altersgenossen, die mit anderen Menschen zusammenleben.
Scheidung nach 14 Jahren und sechs Monaten
In Deutschland gibt es nicht nur immer mehr Alleinlebende. Auch die Zahl der Scheidungen hat 2011 erneut leicht zugenommen: Insgesamt wurden rund 187.600 Ehen beendet, das sind elf von 1000 Ehen - und damit 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch ebenfalls mit. Fast die Hälfte der Paare hat Kinder unter 18 Jahren. Insgesamt waren 2011 rund 148.200 Minderjährige von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Durchschnittlich haben es die Paare, die sich 2011 scheiden ließen, 14 Jahre und sechs Monate miteinander ausgehalten. Damit setzt sich den Experten zufolge die Entwicklung fort, dass Ehen länger halten. So war beispielsweise im Jahr 1992 durchschnittlich schon nach elf Jahren und sechs Monaten Schluss.
aar/dpa/dapd/AFP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
| alles zum Thema Scheidung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH