Scheidungsbilanz Jede dritte Ehe scheitert

Gut ein Drittel aller Ehen in Deutschland wird geschieden. Allerdings lassen sich die Partner heute mit der Trennung fast drei Jahre mehr Zeit als noch vor 20 Jahren - und meist reicht die Frau die Scheidung ein.

Zerbrochene Hochzeitsdeko: Das Glück hält nicht ewig
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Zerbrochene Hochzeitsdeko: Das Glück hält nicht ewig


Wiesbaden - Ehen in Deutschland werden heute später geschieden als vor 20 Jahren. 2012 erfolgte die Scheidung im Schnitt nach rund 14,5 Jahren, 1992 nach elfeinhalb Jahren. Das hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt.

"Das heißt auch, dass immer mehr langjährige Ehen geschieden werden", sagt der Soziologe Harald Rost vom Staatsinstitut für Familienforschung der Universität Bamberg. Viele Frauen ließen sich scheiden, wenn die Kinder aus dem Haus seien. Und viele Kinder ziehen später bei den Eltern aus oder sind später finanziell selbständig. In 2300 Fällen hielt die Ehe nicht einmal ein Jahr.

Von den 2012 neu geschlossenen Ehen werden den Statistikern zufolge 37 Prozent und damit mehr als jede dritte im Laufe von 25 Jahren wieder geschieden. Dieser Anteil war im Jahr 2000 genauso groß.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Scheidungen im Vergleich zu 2011 allerdings rückläufig. 2012 landeten 179.100 Ehen vor dem Scheidungsrichter, 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Fast die Hälfte der dieser Paare hatte Kinder unter 18 Jahren. Das waren etwa 143.000 Jungen und Mädchen.

Frauen stellen den Scheidungsantrag häufiger als Männer. 2012 war das in 53 Prozent der Fälle so. Vom Mann ging die Initiative in 40 Prozent der Scheidungen aus. In den übrigen Fällen stellten die Ehegatten den Antrag gemeinsam. Bei knapp 1300 Paaren erfolgte die Scheidung aufgrund anderer Regelungen, beispielsweise nach ausländischem Recht.

Mehr als 80 Prozent der Paare lebten bei ihrer Scheidung bereits ein Jahr getrennt, rund 27.700 Ehen wurden nach drei Jahren Trennung amtlich beendet.

ulz/dpa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
lasorciere 30.07.2013
1. Andere Ansprüche
An eine Beziehung werden heute andere Ansprüche gestellt als zur Zeit unserer Eltern. Da verdiente Vati das Geld, Mutti war Hausfrau und meist wirtschaftlich vom Mann abhängig. Heutzutage gehen die meisten Frauen arbeiten und können es sich leisten, Ansprüche an die Männer zu stellen. Früher ging es hauptsächlich nur umgekehrt, der Mann stellte Ansprüche, die Frau hatte zu gehorchen. Ein Umstand, mit dem altmodisch erzogene Männer nicht klarkommen, da sie nun auch unter "Leistungsdruck" stehen. Aber, warum sollte man eine schlechte Beziehung fortführen bis zum bitteren Ende, unsere Zeit ist nun mal schnellebig.
wrobel2 30.07.2013
2. Das Frauen häufiger
Das Frauen häufiger die Männer verlassen wundert mich nicht ... Die Treue einer Frau ist wie die Fahne im Wind ... Ein Freund von mir wurde von seiner Frau am 25. Hochzeitstag verlassen für einen Mann der ihr mehr bieten kann (Geld) ! Weiss überhaupt nicht warum eine Frau als das schwache Geschlecht gilt ... Es gibt genügend Frauen die ihren Ex-Männer das leben versaut haben ... Aber Männer sind ja immer Schuld und sowieso schlimm !
franko_potente 30.07.2013
3.
Zitat von lasorciereAn eine Beziehung werden heute andere Ansprüche gestellt als zur Zeit unserer Eltern. Da verdiente Vati das Geld, Mutti war Hausfrau und meist wirtschaftlich vom Mann abhängig. Heutzutage gehen die meisten Frauen arbeiten und können es sich leisten, Ansprüche an die Männer zu stellen. Früher ging es hauptsächlich nur umgekehrt, der Mann stellte Ansprüche, die Frau hatte zu gehorchen. Ein Umstand, mit dem altmodisch erzogene Männer nicht klarkommen, da sie nun auch unter "Leistungsdruck" stehen. Aber, warum sollte man eine schlechte Beziehung fortführen bis zum bitteren Ende, unsere Zeit ist nun mal schnellebig.
Dampfen wir es doch auf den Kern ein: "Was soll heute eine Ehe sein"? Warum wird an einem solch rückständigen Ritual festgehalten? Warum wird nicht einfach eine Partnerschaft eingetragen, oder man lebt eben "wild" zusammen.
Leser123 30.07.2013
4. Ehen funktionieren heute
nicht besser und nicht schlechter als früher, aber mangels wirtschaftlicher Abhängigkeit und moralischer Zwänge hält man heute nicht mehr künstlich zusammen, was nicht zusammengehört. Oder um es in der Sprache der Kirche zu sagen: was Gott getrennt hat, soll der Mensch nicht zusammenhalten...
Sleeper_in_Metropolis 30.07.2013
5.
Zitat von lasorciereAn eine Beziehung werden heute andere Ansprüche gestellt als zur Zeit unserer Eltern. Da verdiente Vati das Geld, Mutti war Hausfrau und meist wirtschaftlich vom Mann abhängig. Heutzutage gehen die meisten Frauen arbeiten und können es sich leisten, Ansprüche an die Männer zu stellen. Früher ging es hauptsächlich nur umgekehrt, der Mann stellte Ansprüche, die Frau hatte zu gehorchen. Ein Umstand, mit dem altmodisch erzogene Männer nicht klarkommen, da sie nun auch unter "Leistungsdruck" stehen. Aber, warum sollte man eine schlechte Beziehung fortführen bis zum bitteren Ende, unsere Zeit ist nun mal schnellebig.
Die Frage ist eher, warum so viele Menschen trotz der bekannten Scheidungsstatistik immer noch Heiraten ? Mit einem Menschen zusammenleben kann man auch sehr gut ohne Trauschein, und wenn's doch nicht läuft kann man sich trennen ohne viel Aufwand und ohne neben einer teuren Hochzeit auch noch eine teure Scheidung bezahlen zu müssen.
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