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Steuerverschwendung: Gemeinde kauft für 10.000 Euro leuchtende Gullydeckel

"Glühwürmchenkreisel": 10.000 Euro hat diese Lichtinstallation gekostet Zur Großansicht
DPA

"Glühwürmchenkreisel": 10.000 Euro hat diese Lichtinstallation gekostet

Einen Lichtakzent wollte die niedersächsische Gemeinde Wallenhorst setzen - und schmückte fünf Gullydeckel in einem Kreisel mit bunten LED-Lämpchen. Dafür gab es viel Häme - und einen Rüffel vom Bund der Steuerzahler.

Wallenhorst - Das hatte sich die Gemeinde Wallenhorst in Niedersachsen wohl anders vorgestellt: Für 10.000 Euro hat die Kommune fünf Gullydeckel eines Kreisverkehrs mit farbigen LEDs ausstatten lassen, um "bei Dunkelheit einen Lichtakzent zu setzen". Doch statt Bewunderung hat das Werk dem Ort in der Nähe von Osnabrück bislang vor allem Häme eingebracht - und einen Rüffel vom Bund der Steuerzahler.

Der Fall sei ein "heißer Kandidat" für das Schwarzbuch 2015, sagte Gerhard Lippert vom Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: "Das ist aus unserer Sicht eine Steuergeldverschwendung."

"Für die einen ist das der kleinste Dancefloor der Welt - für die anderen die wahnwitzigste Geldvernichtung Deutschlands", witzelte "Stern TV"-Moderator Steffen Hallaschka.

Den Beschluss für die Lichtinstallation habe der Gemeinderat mit 34 Stimmen einstimmig gefasst, sagte der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters von Wallenhorst, Rüdiger Mittmann. Die betreffende Straße im Wallenhorster Zentrum sei in den vergangen zwei Jahren saniert worden, dabei sei mit Lichtakzenten gearbeitet worden. "Und die Beleuchtung in dem Kreisel ist ein weiterer Lichtakzent."

Vorbild sei eine Lichtinstallation in Bad Rothenfelde gewesen. Diese wurde allerdings ohne Steuergelder verwirklicht: Ein kunstsinniger Unternehmer hat sie der Kommune gespendet.

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vet/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Härteres Durchgreiffen
e.pudles 27.10.2014
So lange solche Dinge passieren und vom Bund für Steuerzahler nur kritisiert wird und nichts geschieht, d.h. die Verursacher bestraft werden wird es munter weitere solche Verschwendungen geben. Man müsste halt den Städten/Dörfern den für einen kompletten Unsinn verschwendeten Betrag bei den nächsten Zuschüssen, sei es vom Bund oder Land abziehen. Nur so lernen sie es (vielleicht)
2. Sieht doch gut aus!
ultimaratiofarm 27.10.2014
Dieser Bund der Steuerzahler ist mir mittlerweile suspekt! Die spielen sich auf darüber zu entscheiden, was "gut" und was "Verschwendung" ist - wer gibt denen das Recht dazu? Selbsternannte Steuer-Sheriffs braucht kein Mensch! Kunst gibt es nun mal nicht für lau, und die Gemeinde Wallenhorst hat schon jetzt mehr kostenlose Publicity bekommen, als je zuvor in ihrer Geschichte. Alles gut.
3. Meine Güte!
didi2212 27.10.2014
hätten die "Dorfkünstler" wenigstens noch, um die Spur zu markieren, die Randsteine des Innen- und Außenkreises "befeuert", könnte man mit ein wenig Phantasie einen Sinn erkennen. So sind es nur Lichtspiele, die in anderen Städten Millionen kosten. Auch wenn 10 000 Euro in einer kleinen Gemeinde sinnvoller ausgegeben werden kann, muss man sich, unter Einbezug der Summen, die anderswo durch den Schornstein gejagt werden, nicht aufregen.
4.
soldev 27.10.2014
Damit werden aber wohl die meisten Menschen leben können. Ob man da nun eine Strassenlaterne drauf stellt, riesige Strahler an den Seiten montiert oder Grablichter aufstellt, alles ist wahrscheinlich weitaus teurer. Ich finde die Idee gut und wenn das einfarbig orange gewesen wäre, hätte wohl kein Aas was gesagt ;-)
5. Klasse
ethan2311 27.10.2014
Ich finde es toll.
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