Streit um Sexspielzeug Ein Vibrator namens Olli K.

Viel Lärm um heißes Spielzeug: Die Erotikkette Beate Uhse hat Ärger mit Vibratoren, deren Namen verdächtig denen einiger Fußballnationalspieler ähneln. Die Berater zweier Starkicker drohten mit "angemessenen" Konsequenzen - da nahm das Unternehmen die Geräte flugs aus den Regalen.


Hamburg - Beate Uhse verkauft keine Vibratoren mehr, die "Olli K." oder "Michael B." heißen. "Wir ziehen diese Produkte zurück, weil wir niemanden in seinen Persönlichkeitsrechten verletzen wollen", sagte Assia Tschernookoff, Sprecherin der Beate Uhse AG heute SPIEGEL ONLINE, "das war nicht unsere Absicht, es tut uns leid".

Nationalspieler Michael Ballack und Oliver Kahn: Berater drohten mit Konsequenzen
REUTERS

Nationalspieler Michael Ballack und Oliver Kahn: Berater drohten mit Konsequenzen

In einer offiziellen Stellungnahme auf seiner Homepage stellt das Erotikunternehmen fest, es habe "nie die Absicht" gehabt, "mit Vibratoren, die mit der Aufschrift 'Olli K.' und 'Michael B.' in den Shops zum Verkauf angeboten wurden, eine Assoziation mit Fußballspielern herzustellen". Die fraglichen Produkte werden "sofort aus den Shops zurückgerufen und nicht mehr verkauft", so das Unternehmen.

Die Beate Uhse AG reagiert damit auf einen Bericht der Münchner "tz", wonach die Berater der Fußballprofis Michael Ballack und Oliver Kahn rechtliche Schritte gegen den Verkauf von Vibratoren prüfen, die mit den Namen "Olli K." und "Michael B." versehen sind.

Die Zeitung hatte weiter folgenden Slogan für das Sexspielzeug wiedergegeben: "Der knallrote Heartbreaker wird zum nationalen Fußballstar Olli K. erklärt, und das grüne Paulchen präsentiert sich als Frauenschwarm Michael B." Dazu die Beate-Uhse-Sprecherin SPIEGEL ONLINE: "Wir haben nie Werbung für diese Produkte gemacht."

Was die rechtliche Seite angeht, hatte die "tz" die Unternehmenssprecherin mit den Worten zitiert: "Wenn wir die ganzen Namen geschrieben hätten, wäre es bestimmt teuer für uns geworden. Es ist aber nicht verboten, die Namen abzukürzen." Diese Aussage sei in einem anderen Zusammenhang gefallen, sagte Tschernookoff heute. Allerdings fügte sie einschränkend hinzu: "Es gibt tausend Leute, die Michael B. heißen."

Der Rückruf der Vibratoren zu je 69,90 Euro, von denen ein weiteres Modell unter dem Namen 'David B.' firmiert, sei eine rein präventive Maßnahme, betont Assia Tschernookoff. "Wir haben keine Klage bekommen."

Gegenüber SPIEGEL ONLINE distanzierte sich Ballack-Berater Michael Becker von der Androhung einer Klage. Erstens bedeuteten "angemessene Schritte" nicht zwingend eine Rechtsklage, zweitens sei eine solche nach dem Einlenken der Firma Uhse vermutlich ohnehin nicht mehr notwendig. Eine Sprecherin der Kanzlei, die Kahn und Ballack betreut, wollte sich unter Berufung auf das laufende Verfahren allerdings vorerst nicht zu dem Fall äußern.

Ab sofort können sich auch die weiblichen Fußballfans jedenfalls wieder uneingeschränkt darauf konzentrieren, was die echten Fußballspieler auf dem Platz abliefern. Bleibt zu hoffen, dass auch das Anlass zu schönen Träumen gibt.

fls



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