Humanitäre Krise in Südsudan 15 Kinder sterben wegen verschmutzter Impfspritzen

Im Krisenstaat Südsudan haben Helfer einen Fehler mit schweren Folgen begangen: Sie benutzten für Hunderte Impfungen dieselbe Spritze. Fast 50 Kinder infizierten sich daraufhin, mehr als ein Dutzend starb.

Unterernährtes Kind im südsudanesischen Torit
DPA

Unterernährtes Kind im südsudanesischen Torit


Wegen einer verpfuschten Masern-Impfung sind im Südsudan 15 Kinder gestorben. Die Verantwortlichen hätten nur eine Spritze für alle Impfungen benutzt, anstatt diese nach jeder Impfung wegzuschmeißen, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Uno-Kinderhilfswerk Unicef und das südsudanesische Gesundheitsministerium mit.

Dieses Vorgehen während der vier Tage langen Impfkampagne hätte zu schweren Blutvergiftungen geführt, hieß es in der Mitteilung weiter. Insgesamt seien rund 300 Menschen in dem abgelegenen Dorf Nachodokopele im Südosten des Landes geimpft worden. 32 Kinder hätten sich wieder erholt, nachdem sie Symptome wie Fieber, Erbrechen und Durchfall gezeigt hatten.

Örtliche Teams hätten die Impfungen durchgeführt, sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic. Diese seien unter anderem von der WHO geschult worden. Es werde derzeit geprüft, warum die Trainingsinhalte vor Ort nicht angewandt worden seien. Dieses tragische Ereignis hätte verhindert werden können, wenn die Verantwortlichen sich an die WHO-Sicherheitsstandards für Impfungen gehalten hätten.

Die Impfung hat nach WHO-Angaben weltweit mehr als zwei Milliarden Kindern vor Masern geschützt. In dem ostafrikanischen Land ist demnach das Risiko von Masern wegen des seit 2013 andauernden Bürgerkriegs sehr hoch.

In dem Bürgerkriegsland herrscht seit etwa drei Monaten die schwerste humanitäre Krise Afrikas seit vielen Jahren. In der aktuellen Hungersnot sterben tägllich Menschen, weil sie nichts zu essen haben.

In dem Konflikt geht es um die Verteilung von Ressourcen im erst 2011 gegründeten Südsudan. Die Hauptgegner sind die Kämpfer des Präsidenten Salva Kiir und die Milizen seines ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. Zehntausende Menschen sind bereits gestorben, Millionen mussten fliehen.

mxw/dpa



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