Hamburg - Die Tänzer haben ihre fülligen Körper in weiße, wallende Kleider gehüllt, doch die Stoffbahnen verbergen wenig: Deutlich sind die beeindruckenden Oberarme zu sehen, die Ringe an den Beinen, die fülligen Gesichter. Aber das spielt keine Rolle. Es sind professionelle Tänzer, die sich in der kubanischen Gruppe Danza Voluminosa zusammengetan haben. Und der Name - "Fülliger Tanz" - ist Programm: Keines der acht Mitglied wiegt weniger als 90 Kilo.
Primaballerina ist die etwa 130 Kilo schwere Maylín Daza. Sie habe schon immer eine Ballerina sein wollen, sagte sie vor Jahren der "New York Times" ("NYT"). "Aber meine Mutter hat mir gesagt, fette Mädchen können nicht tanzen." Als Teil der Gruppe Danza Voluminosa könne sie sich endlich wie eine Ballerina fühlen.
Gegründet wurde diese 1996 von Juan Miguel Más, er ist bis heute Regisseur und feilt an den Choreografien. Während seiner Shows arbeite er häufig mit Stereotypen und Witzen über das Gewicht seiner Tänzer. "Wir nutzen Humor, um die Leute anzusprechen", sagte er der Zeitung. "Wenn wir dann ihre Aufmerksamkeit haben, können wir sie mit etwas Ernsthafterem konfrontieren."
Für zahlreiche Tänzer hat sich durch ihre Arbeit mit Más ihr Leben geändert. Zuvor seien viele von ihnen gedemütigt worden und hätten Schuldgefühle gehabt wegen ihres Gewichts, schreibt die "NYT". Durch das Tanzen hätten sie gelernt, sich selbst zu akzeptieren - wenn nicht sogar, sich selbst zu lieben.
aar
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