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20. Februar 2012, 23:00 Uhr

Tauwetter in Serbien

Eisberg-Gefahr auf der Donau

Ein schwimmendes Restaurant wurde versenkt, Boote kollidierten, Frachtschiffe wurden fortgerissen: Bis zu einem halben Meter dick war das Eis auf der Donau rund um Belgrad. Doch nun steigen in Serbien die Temperaturen, das Eis bricht, und Chaos auf dem Wasser ist die Folge.

Belgrad - Während der Kältewelle der vergangenen Wochen hatte eine dicke Eisschicht den Schiffsverkehr auf der Donau teilweise zum Erliegen gebracht. Doch jetzt, wo es draußen wieder wärmer wird, droht neue Gefahr. Die serbischen Behörden erklärten am Montag, die bis zu einem halben Meter dicken Eisschollen seien in der Gegend um Belgrad wegen der steigenden Temperaturen abgebrochen.

Hunderte der dort vor Anker liegenden Boote kollidierten, mehrere Frachtschiffe wurden fortgerissen und ein schwimmendes Restaurant wurde versenkt. Verletzte gab es ersten Berichten zufolge jedoch nicht.

"Wir versuchen zu retten, was zu retten ist", sagte Schiffseigner Mihailo Svilaric. Von mehr als hundert Booten in der Marina sei nur eine Handvoll intakt geblieben. "Das Eis war so schnell, dass wir nichts tun konnten", sagte ein weiterer Schiffseigner, Dragan Jovanovic. Er rechne mit einem Schaden von Hunderttausenden Euro.

In den vergangenen Wochen waren in Serbien mindestens 20 Menschen bei der Kältewelle gestorben. Am Montag hatte die Regierung überlegt, einen zweiwöchigen Ausnahmezustand auszurufen. So sollten Rettungskräfte leichter in abgelegene Gebiete vordringen, in denen noch rund 3000 Menschen ausharren.

Die Donau war nicht nur in Serbien zugefroren. Große Teile von Europas zweitlängstem Fluss waren mit einer Eisschicht bedeckt. In Osteuropa hatten vier Länder wegen des strengen Frosts und großer Eismengen die Schifffahrt auf der Donau eingestellt.

aar/dapd/Reuters

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