Limburger Luxus-Bischofssitz Keine Schadensersatzforderung an Tebartz-van Elst

Der emeritierte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst muss für die Mehrkosten beim Bau des Bischofssitzes in Limburg keinen Schadensersatz zahlen. Der Vatikan hält ein Verfahren für "nicht angebracht".

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Bischof mit Hang zum Luxus
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Franz-Peter Tebartz-van Elst: Bischof mit Hang zum Luxus


Die römische Bischofskongregation und das Staatssekretariat des Vatikan hatten geprüft, ob in einem kanonischen Verfahren Schadensersatz von Franz-Peter Tebartz-van Elst eingefordert werden kann. Die katholischen Institutionen gaben jetzt bekannt, dass sie einen solchen Prozess nicht für angebracht halten.

Das Bistum Limburg hatte die Frage der Wiedergutmachung wegen zu hoher Baukosten unter der Ägide des ehemaligen Bischofs Tebartz-van Elst aufgeworfen. Die geforderte Summe soll unterschiedlichen Berichten zufolge bis zu vier Millionen Euro betragen haben.

Der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, teilte die Entscheidung des Vatikan dem Apostolischen Administrator für das Bistum Limburg mit, dem Weihbischof Manfred Grothe. Er und sein ständiger Vertreter, Domkapitular Wolfgang Rösch, hatten sich in der vergangenen Woche zu Gesprächen in Rom aufgehalten, die Grothe als "konstruktiv und zielführend" bezeichnete.

Noch immer ist nicht klar, wann Limburg einen neuen Bischof bekommt. Tebartz-van Elst hatte sein Amt in Limburg im März 2014 verloren, weil er in einen neuen Bischofssitz mehr als 31 Millionen Euro Kirchengelder gesteckt hatte. Die Kosten waren wegen Luxuswünschen des Bischofs außer Kontrolle geraten.

ala/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 115 Beiträge
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Seite 1
dbrown 09.09.2015
1. War ja abzusehen...
Schade, Kirche, hättest vieles wieder gutmachen können, aber so hast Du noch mehr Vertrauen verloren!
guka-le. 09.09.2015
2.
Warum auch, der dt. Staat hat eh das meiste bezahlt. Und mal ehrlich, wir haben doch jetzt andere Probleme. Die paar Milliönchen fallen doch da auch nicht mehr ins Gewicht....
Mieze Schindler 09.09.2015
3. Wenn man sieht, wie Funktionäre der katholischen Kirche
das Geld der Mitglieder verschleudern und dazu noch straffrei bleiben, dann kann es einen schon grausen. Da hilft nur eines: austreten!
mica-thana 09.09.2015
4.
Das er nichts zurück zahlen muss bzw. dafür geldlich haften muss war klar. Ist doch schließlich egal, ob der Vatikan das Geld von den Gläubigen bekommt oder ob der Vatikan das Geld von den Gläubigen bekommt, es als Lohn an Tebartz auszahlt und dann davon etwas als schadensersatz einfordert. So oder so kommt das Geld von den falschen.
Holledauer 09.09.2015
5. Hat je irgendeine Religionsgemeinschaft Prunksucht ihrer Würdenträger
geahndet? Die r.k. Kirche wurde etwas aufgeschreckt durch die Luther'sche Reformation, aber ansonsten hat sich doch kaum etwas verändert! Ich finde es inzwischen lächerlich, wenn für alles Mögliche gesammelt wird, wo doch die Kirchen vom Staat gesponsort werden und zumindest die r.k. Kirche auf immensen Reichtümern sitzt. Wann findet endlich die Trennung Kirche(n) - Staat in Deutschland statt?
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