Tebartz-van Elst Wie es zum Foto im Billigflieger kam

Mit der Billig-Airline Ryanair ist Franz-Peter Tebartz-van Elst überraschend nach Rom geflogen. Ein Urlauber dokumentierte die Reise mit einem Handy-Foto.

Franz-Peter Tebartz-van Elst im Flugzeug nach Rom: Der umstrittene Limburger Bischof will im Vatikan Gespräche führen.

Franz-Peter Tebartz-van Elst im Flugzeug nach Rom: Der umstrittene Limburger Bischof will im Vatikan Gespräche führen.


Flughafen Frankfurt-Hahn, Sonntagmorgen, Soon-Ho Kwon steht in der Schlange für den Ryanair-Flug nach Rom, als ein bekanntes Gesicht an ihm vorbeirauscht. Soon-Ho Kwon hat den Mann in den letzten Tagen auf den Titelbildern der Gazetten gesehen. Es ist Franz-Peter Tebartz-van Elst, der Bischof von Limburg.

Der Gottesmann nimmt die Maschine um 6:35 Uhr nach Rom. Nicht mehr Erster Klasse, aber offenbar wenigstens mit Priority Boarding, wie Soon-Ho Kwon beobachtet hat. Tebartz-van Elst sei mit wenigen Leuten früher in die Maschine eingestiegen. Das dürfen in der Regel nur Kunden, die einen Aufpreis bezahlt haben. Einige Minuten später betritt auch Soon-Ho Kwon die Kabine. Die Maschine ist gut besucht an diesem Morgen, es geht nur gemächlich voran. Im nächsten Moment steht Soon-Ho Kwon neben dem Bischof. Im Vorbeigehen macht er einen Schnappschuss mit seinem Handy und setzt sich weiter hinten in der Maschine auf seinen Platz.

Am Sonntagnachmittag nimmt sich der 28-Jährige Zeit, um mit SPIEGEL ONLINE zu chatten. "Er hat sehr ruhig gewirkt", schreibt Soon-Ho Kwon über den Bischof. Im Flugzeug hätte die prominente Besatzung nicht für Aufsehen gesorgt. Es ist ja noch früh am Morgen, die meisten Leute schlafen kurz nach dem Start ein. "Es kam mir nicht so vor, als ob er großartig beachtet wurde", schreibt Soon-Ho Kwon. Nach der Landung hätte er Tebartz-van Elst nicht mehr wiedergesehen. Zum Chatten hat er jetzt nicht so viel Zeit. Soon-Ho Kwon macht Urlaub in Rom und will mit seiner Familie entspannen. Für Tebartz-van Elst dürfte die Reise in den Vatikan dagegen weniger erholsam verlaufen.

SPIEGEL ONLINE

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shark 13.10.2013
1. Lächerlich
das Ganze. Erster Klasse fliegen nach Indien und nun zum Billigtarif nach Rom. Will er sich wieder reinwaschen? Was ist mit seinem Chauffeur und der Dienstlimousine (Audi A6 oder A8). Die kosten doch vielmehr Geld, als wäre er mit Lufthansa geflogen. Aber das Kontingent über Gelder ist ja bei der Kirche schier unerschöpflich. Wie heisst es so schön - den Armen abnehmen und den Reichen geben - oder habe ich da was verwechselt mit CDU/CSU???
wolffm 13.10.2013
2. Priority Boarding bei Ryan Air
Priority Boarding bei Ryan Air ist ein Witz. Das habe ich zweimal gebucht um meiner älteren Begleiterin einen Platz neben mir zu ermöglichen. Aber gefühlt 10 Sekunden nach dem Boarding der Priority-Leute werden die restlichen Passagiere losgeschickt, die mit grosser Geschwindigkeit einen Wettlauf beginnen und meistens noch vor den Priority-Passagieren an Board sind.
eulecicero 13.10.2013
3. shark - und alle anderen Selbstgerechten
Als überzeugter katholischer 50 jähriger Christ dieses mir nahen Nachbarbistums bin ich hochgradig beschämt und wünschte mir schon lange vorallem auch einen anderen kirchlichen Weg. Ich meinte da auch, dass ich die Bibel anders verstanden habe. Ich akzeptiere aber auch im Namen der Kirche nicht, dass nun zu viele sich in ihren Resentiments erweckt fühlen, allgemein auf Kirche, deren Steuern, unerschöpfliche Gelder bis hin zur C Partei, wenn sie das nur wäre, unbefangen loszupoltern. Es handelt sich um ein vertrauenerschütterndes Fehlverhalten eines einzelnen zugegeben hohen Repräsentanten und die leider heute zu lange Duldung der MitCHRISTEN. Ich verstehe, akzeptiere aber nicht die Kirchenaustritte. Mit fester Stimme sollt Ihr mein Wort verkünden, nicht schweigen und wegggehen. Zur Kirche und Staat: In einem sind wir uns vieleicht einig, dass unser Staat nichts unterstüzt, was nicht irgendwie nützt. Mit all dem, was das Christentum, leider nicht immer Kirche, dem Abendland auch an sozialen Errungenschaften gebracht hat, die Kirche lohnt sich.
HLoeng 13.10.2013
4. Mon Dieu!
Hochwürden geben nunmehr den reuigen Sünder und fliegen billigst. Das hat Satire-Qualität. Dabei hätte Seine Eminenz ganz locker und spielerisch leicht reüssieren und vieles vergessen machen können: mit einer Reminiszenz und Imitatio Heinrichs IV. Ein strammer Fußmarsch im Canossa-Style gen Rom hätte die Öffentlichkeit stark beeindruckt und in weiten Teilen wieder versöhnt.
deisterfahrer 13.10.2013
5. Ein Feigling geht in die Luft
In Verschwendung ist er offenbar besser als darin, für diese seine Verfehlungen Rede und Antwort zu stehen. Der Flug nach Rom fand nicht mit der noblen Lufthansa sondern klammheimlich mit der billigen Ryan Air statt. Damit ist er nun auch noch als ausgemachter Feigling entlarvt. Als Vertreter des Himmels auf Erden ein miserables Abbild, das kein Vor-Bild sein kann und darf. Im Morgengrauen nach Rom, statt zu seinen Taten zu stehen?
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