Treffen im Vatikan Zollitsch setzt nach Papst-Audienz auf baldige Lösung im Tebartz-Skandal

Der Chef der deutschen Bischöfe, Robert Zollitsch, hat sich in Rom mit Papst Franziskus getroffen. Gesprächsthema war auch der Skandal um den Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Bilanz: "Alle Seiten sind an einer guten und baldigen Lösung interessiert."

Erzbischof Robert Zollitsch: "Alle Seiten an einer guten und baldigen Lösung interessiert"
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Erzbischof Robert Zollitsch: "Alle Seiten an einer guten und baldigen Lösung interessiert"


Rom - Papst Franziskus hat den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Bei dem Treffen habe er mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche auch über die Situation im Bistum Limburg gesprochen, sagte Zollitsch. Dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird unter anderem Verschwendung beim Bau seiner neuen Residenz vorgeworfen.

Zollitsch sagte, es sei ein "mitbrüderliches Gespräch" mit Franziskus gewesen. Die Audienz habe ihn gestärkt und ermutigt, Einzelheiten wolle er aber wegen ihres "vertraulichen Charakters" nicht nennen. Die von ihm einberufene Prüfungskommission zu den Finanzen des Bistums werde am Freitag mit ihrer Arbeit beginnen, sagte Zollitsch.

Er sei nach dem Gespräch mit dem Papst zuversichtlich, "dass alle Seiten an einer guten und baldigen Lösung interessiert sind", sagte der 75-Jährige. Es gehe darum, die Lage rund um den umstrittenen Bischof Tebartz-van Elst zu beruhigen und einen Weg aus der schwierigen Situation zu finden.

Zahlreiche Politiker, Verbände und Kirchenorganisationen haben Tebartz-van Elst zum Amtsverzicht aufgefordert. Über eine Amtsenthebung des Bischofs kann letztlich jedoch nur Franziskus entscheiden. Auch Tebartz-van Elst will mit dem Papst über seinen Fall reden, der in Deutschland hohe Wellen schlägt. Offen ist, wann das möglich sein könnte. Der Limburger Oberhirte selbst stand am Donnerstag erneut nicht auf der Liste des Vatikans mit den täglichen Audienzen des Papstes. Er war am Sonntag nach Rom gereist.

Zollitsch hatte sich mehrfach deutlich von seinem Limburger Glaubensbruder distanziert. Er bezeichnete die Lage im Bistum Limburg als schwierig und bedrückend. Inzwischen ist klar, dass sich die Baukosten für den Limburger Bischofssitz auf mindestens 31 Millionen Euro belaufen. Ursprünglich waren 2,5 Millionen Euro genannt worden. Außerdem hat die Hamburger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst wegen falscher Erklärungen an Eides statt beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien.

Derweil zieht sich die Entscheidung der Limburger Staatsanwaltschaft über ein Ermittlungsverfahren gegen den Bischof hin. Zunächst sei ihm Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden, sagte Behördensprecher Hans-Joachim Herrchen. Erst danach werde entschieden, ob das Verfahren wegen Untreueverdachts im Zusammenhang mit der enormen Kostensteigerung beim Bau der Limburger Bischofsresidenz aufgenommen werde oder nicht.

wit/dpa/AFP

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irrsinn 17.10.2013
1.
ich frag mich für was die ganze aufregung sofern man weiss das der kirche zig milliarden euro zur verfügung stehen was zu hinterfragen wäre, wäre die personellen querellen die es mit tebartz gab und angeblich guten leuten ihre stellung gekostet hat möglicherweise ist die ganze jetzige geschichte nur eine fortsetzung von unkorrektheiten aber dazu kann ich nichts sagen weil ich nicht informiert bin aber informationen dazu wären vielleicht in diesem fall sehr hilfreich und angebracht
iesmael 17.10.2013
2. ...also mal anders gedacht...
Je mehr ich darüber lese und mittlerweile auch echt erschüttert bin wie die Kirche so an Ihr Geld kommt, wieviel davon durch Steuern bzw. eher durch die staatlichen Zuschüsse finanziert wird. Wie hoch der Salär von kirchlichen Würdenträgern, in dem Fall Bischöfen zu sein scheint. (macht mir die Kirche immer unsympatischer) Also ganz ehrlich, von der Sorte Tebartz sollte es noch viel viel mehr geben, dann wird das Geld wenigstens der Wirtschaft wieder zugeführt und liegt nicht irgendwo rum. Also bitte gebt das Geld mit vollen Händen wieder aus! aber irgendein Sündenbock musste ja nunmal herhalten...
horstr 17.10.2013
3. Undurchsichtig
Es sind Protokolle aufgetaucht, die auch von dem Staatsminister aD Riebel unterzeichnet wurden, das ist der, der öffentlich von Krankheit bezogen auf TvE gesprochen hat. Das ganze riecht nach Intrige um einen ungeliebten Bischof loszuwerden. Ich bin gespannt, wie sich Fr Merkel u Herr Kretschmann angesichts der neuen Lage von ihren öffentlichen Äußerungen distanzieren wollen...
proanima 17.10.2013
4. Spiege/spon = sun
Zitat von sysopDPADer Chef der deutschen Bischöfe, Robert Zollitsch, hat sich in Rom mit Papst Franziskus getroffen. Gesprächsthema war auch der Skandal um den Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Bilanz: "Alle Seiten sind an einer guten und baldigen Lösung interessiert." http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/zollitsch-spricht-mit-papst-franziskus-ueber-bischof-tebartz-van-elst-a-928456.html
Spiegel/SPON ist bereits auf dem Niveau von SUN und BILD angekommen. Kein Wunder bei diesen Karrieresüchtigen drittklassigen Journalisten. Leider haben sie noch kein Mikro im Vatikan installieren können - schade.
onkendonk 17.10.2013
5. 3 Ave Maria und eine Woche keinen Nachtisch
Darauf wird es wohl hinauslaufen
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