Tödlicher Angriff an US-Schule Football-Spieler will Kosten für Beerdigungen übernehmen

Wut, Trauer, Verzweiflung. Politiker und Prominente zeigen sich nach der Schießerei an einer US-Highschool betroffen. Zehn Menschen starben. Der Football-Spieler J.J. Watt bietet den Opferfamilien Hilfe an.

J.J. Watt
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"Absolut entsetzlich": Mit diesen Worten reagierte Football-Spieler J.J Watt bei Twitter auf die Meldung, dass ein Schüler an einer texanischen Highschool um sich geschossen hatte und dabei zehn Menschen tötete. Wenig später entschloss der Sportler sich, den Familien der Opfer zu helfen - indem er die Kosten für die Beerdigungen übernimmt.

Das berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf eine Mitteilung der Houston Texans. Für das Football-Team läuft der 29-jährige Justin James Watt - kurz J.J. - seit 2011 auf. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Watts für die Opfer von Hurrikan Harvey finanziell eingesetzt und eine Spendenaktion gestartet, mit der er mehr als 37 Millionen Dollar sammelte.

Am Freitag hatte der 17-jährige Schüler Dimitrios Pagourtzis zehn Menschen in einer US-Schule in der Nähe von Houston im US-Bundesstaat Texas erschossen. Bei den meisten Opfern der Santa Fe High School soll es sich um Schüler handeln. Von den behandelnden Krankenhäusern hieß es, zwei der zehn Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Noch am Abend fand in Santa Fe eine Mahnwache statt, an der auch der Gouverneur Greg Abbott und Senator Ted Cruz teilnahmen. Die republikanischen Politiker beteten mit den Menschen, die dort ihrer Trauer Ausdruck verleihen wollten. "Wir werden jeden Tag hier sein, um sicherzustellen, dass der Schulbezirk Santa Fe und diese Schule wieder zur Normalität zurückkehren können und unsere Schulen wieder sicher sind", sagte Gouverneur Abbott.

Zahlreiche Prominente äußerten in sozialen Netzwerken Trauer und Wut: "Ich sehe schon wieder eine Schießerei an einer Schule und mir fehlen komplett die Worte. Der Kongress tut absolut nichts, und es macht mich unheimlich wütend", schrieb die aus Texas stammende Sängerin Selena Gomez auf Instagram. Die Sängerin spielt damit auf die Debatte um striktere Waffengesetze an.

Eine Verschärfung wird regelmäßig von republikanischen Politikern und Lobbygruppen wie der NRA blockiert.

Auch Prominente wie der Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel und Comedian Jim Carey sprachen auf Twitter ihr Beileid aus und machten ihrem Unmut über zu laxe Waffengesetze Luft.

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US-Präsident Donald Trump bekundete seinen "Kummer" über die "erschreckende" Tat. "Das geht nun schon zu lange so in unserem Land", sagte Trump. Seine Regierung sei entschlossen, alles in ihrer Macht liegende zu unternehmen, "um unsere Schüler zu schützen, unsere Schulen zu sichern, und Waffen von denen fernzuhalten, die eine Gefahr für sich selbst und andere sind". Es sei ein "sehr trauriger Tag, sehr sehr traurig", fügte er hinzu. Kürzlich hatte der US-Präsident erneut deutlich gemacht, mit ihm werde es keine schärferen Waffengesetze geben.

Angreifer ergab sich widerstandslos

Nach den Schüssen im Kunst-Klassenraum ergab sich der 17-Jährige widerstandslos, ließ sich festnehmen und machte freiwillig eine Aussage. Noch am späten Nachmittag wurde er einem Kautionsrichter vorgeführt. Er wird ohne Kaution im Galveston County Jail festgehalten. Ihm werden Mord und der Angriff auf einen Polizeibeamten vorgeworfen.

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Laut der eingereichten Gerichtsdokumente gab er bei seiner Vernehmung zu, dass er das Ziel hatte, Menschen zu töten. Er habe mit Absicht Schüler verschont, die ihm sympathisch waren. Unter den Opfern soll auch seine Ex-Freundin gewesen sein.

Offenbar plante er auch einen Suizid nach der Tat. Das geht aus den Plänen des Angreifers hervor. Den Ermittlern sagte er, dass er nicht den Mut dafür aufbrachte.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kondolierte den Angehörigen der Opfer. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, sandte die Kanzlerin ein Kondolenztelegramm an Trump, in dem sie erklärte, dass sie "mit großer Bestürzung" von der "Tragödie an der Santa Fe High School" erfahren habe.

"Erneut sind Menschen in einem schrecklichen Akt der Gewalt mitten aus dem Leben gerissen worden", erklärte Merkel. Die Gewalttat habe sich "ausgerechnet an einer Schule, einem Ort, der eigentlich den Weg in das Leben ebnen soll", ereignet. "Das Mitgefühl und die Anteilnahme aller Deutschen gelten den Angehörigen und Familien der Opfer", schrieb die Kanzlerin.



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