Ferieninsel Texel Vater ertrinkt, als er seinen Sohn retten will

Ein 50-jähriger Deutscher ist vor der niederländischen Ferieninsel Texel bei einem Badeunfall ums Leben gekommen. Er hatte versucht, seinen Sohn zu retten, der beim Schwimmen in Not geraten war.

Strand der Ferieninsel Texel
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Strand der Ferieninsel Texel


Ein Familienvater aus Deutschland ist vor der niederländischen Ferieninsel Texel ertrunken, als er versuchte, seinen zehnjährigen Sohn zu retten. Der Junge war offenbar beim Baden in Not geraten. Das Kind überlebte, wie ein Sprecher der örtlichen Sicherheitsbehörde mitteilte. Die Mutter habe das Drama nur hilflos vom Strand aus mit ansehen können.

Nothelfer hatten den Vater noch aus dem Wasser gezogen und versucht, ihn zu reanimieren - ohne Erfolg, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Der genaue Hergang des Unfalls werde untersucht, hieß es bei der Polizei. Der Mann stammte aus dem Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen und machte auf Texel Urlaub mit seiner Familie. Wie das Kind gerettet wurde, ist unklar.

In diesem Sommer sind in Deutschland bereits mindestens 280 Menschen bei Badeunfällen ertrunken - deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Ein Grund für den Anstieg sei das schöne Wetter. Im vergangenen Jahr habe es durch den kühlen Sommer vergleichsweise geringe Unfallzahlen gegeben. Die meisten Menschen seien an ungesicherten Badestellen im Binnenland ertrunken.

Das Unglück auf der Ferieninsel Texel ist nicht der einzige Badeunfall, der sich am Wochenende ereignete. Am Samstagabend waren zwei weitere Männer bei einem Badeunfall in Oberbayern ertrunken. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Verunglückten um Austauschstudenten aus Ghana im Alter von 21 und 22 Jahren. Sie konnten nur noch leblos aus dem Wasser geborgen werden.

Im Video: Wie man Ertrinkende erkennt - und rettet

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, waren die beiden zusammen mit anderen Austauschstudenten am Pullinger Weiher. Nach Angaben der Kommilitonen hatten die beiden Nichtschwimmer vor, zu Fuß den See zu umrunden. Zwei Stunden nach Eingang des Notrufs fanden Rettungskräfte die beiden Männer leblos im See. Wiederbelebungsversuche scheiterten. Das Wasser wird nach Angaben der Polizei in diesem Bereich an einer Kante schnell tief.

Die DLRG rät dringend, niemals allein schwimmen zu gehen und immer die Baderegeln einzuhalten. Badende sollten die Gefahren des Wassers nicht unterschätzen. In Flüssen hätten es beispielsweise selbst erfahrene Schwimmer schwer, sich aus den Strömungen und Strudeln freizuschwimmen. In Seen können zudem Schlingpflanzen oder die Grundtiefe zur Gefahr werden, weil sich Schwimmende verheddern oder durch die Temperaturunterschiede ihr Kreislauf zusammenbricht.

Baderegeln der DLRG

    1. Baden Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Duschen Sie sich kühl ab, bevor Sie in das Wasser steigen.

    2. Gehen Sie niemals mit vollem oder sehr leerem Magen baden.

    3. Nichtschwimmer sollten nur bis zum Bauch in das Wasser gehen.

    4. Rufen Sie nicht um Hilfe, wenn Sie nicht in Gefahr sind. Helfen Sie Menschen, die Ihre Hilfe benötigen.

    5. Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht.

    6. In Gewässern, auf denen Schiffe und Boote fahren, sollten Sie nicht baden.

    7. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser und suchen Sie ein festes Gebäude auf.

    8. Werfen Sie keinen Abfall in das Wasser, sondern halten Sie die Gewässer sauber.

    9. Aufblasbare Schwimmhilfen unterstützen nicht Ihre Sicherheit im Wasser.

    10. Springen Sie nur in ein Gewässer, wenn Sie sich sicher sind, dass es frei und tief genug ist.

koe/dpa

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