Rettungsaktion in thailändischer Höhle "Im Kampf gegen Wasser und Zeit"

Es gibt nur ein kleines Zeitfenster, um die in der Höhle festsitzende thailändische Jugendmannschaft zu befreien. In den nächsten Tagen muss gehandelt werden - sonst könnte der Zugang durch den Regen wieder versperrt sein.

Überflutete Höhle in Thailand
AFP Photo/ Royal Thai Navy

Überflutete Höhle in Thailand


Heftige Regenschauer behindern die Rettungsaktion der Jugendfußballmannschaft in Thailand - und gefährden das kleine Zeitfenster, in dem die Gruppe aus der Höhle befreit werden könnte.

Beamten zufolge müsse in den kommenden drei bis vier Tagen gehandelt werden, sollten die Wettervorhersagen stimmen. Die Höhle könnte bald wieder unzugänglich sein, sollte es durch den Monsunregen zu neuen Überflutungen kommen.

Seit zwei Wochen sitzt die Jugendmannschaft mit ihrem Betreuer in der Höhle in der nördlichen Provinz Chiang Rai fest. Nach einem Training war die Gruppe zu der Höhle gefahren und von der Sturzflut überrascht worden. Wassermassen schnitten ihnen den Rückweg ab und trieben sie ins Innere.

Keine Erfolge beim Abpumpen des Wassers

Den Wasserstand in der Höhle zu senken war bisher bereits durch Abpumpen versucht worden, doch Fortschritte wurden durch neue Regengüsse gleich wieder zunichtegemacht.

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"Ich kann bestätigen, dass wir uns vom ersten Tag bis heute im Kampf gegen Wasser und Zeit befinden", sagte Provinzgouverneur Narongsak Osatanakorn, der die Rettungskation leitet. "Dass wir die Jungen gefunden haben, heißt nicht, dass unser Einsatz beendet ist." Es sei nur ein Etappensieg, der Kampf sei noch nicht vorbei.

Der Gouverneur bezog sich auf Aussagen von Experten, wonach neue Überflutungen den Platz in der Kammer, in der die Jugendmannschaft Unterschlupf gefunden hat, auf zehn Quadratmeter schrumpfen könnten. Zudem fällt der Sauerstoffgehalt in der Höhle.

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Höhle in Thailand: Brief der Hoffnung

Viele der Jugendlichen sind keine geübten Schwimmer - der Weg durch schmale Höhlengänge fordert sogar erfahrene Höhlentaucher. Am Freitag war ein Taucher in der Höhle ums Leben gekommen. Der ehemalige Angehörige der thailändischen Spezialeinheit Navy Seal hatte versucht, Sauerstoffbehälter zu platzieren und hatte auf dem Rückweg das Bewusstsein verloren.

Auf dem Hügel, auf dem Hilfskräfte nach alternativen Routen in die Höhle suchen, ist den Behörden zufolge nun ein weiteres Unglück passiert: Ein Fahrzeug ist vom Feldweg abgekommen. Sechs Personen wurden verletzt, davon zwei schwer.

Abgesehen von der Suche nach möglichen Zugängen von oben, versuchen Helfer auf dem Hügel vor dem nächsten Regen Löcher zu blockieren, die Wasserläufe in die Höhle bilden.

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cop/AP/Reuters



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