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Neues Gesetz: Thailand erlaubt Leihmutterschaft nur noch für Einheimische

Thailändische Leihmutter mit Kind: Neues Gesetz gegen den Baby-Tourismus Zur Großansicht
DPA

Thailändische Leihmutter mit Kind: Neues Gesetz gegen den Baby-Tourismus

Mit dem "Miete-dir-einen-Bauch"-Tourismus soll Schluss sein: Die Regierung in Thailand hat Ausländern verboten, einheimische Leihmütter zu engagieren. Allerdings könnte sich die Lage der betroffenen Frauen jetzt verschlechtern.

Bangkok - Das Geschäft mit der Leihmutterschaft in Thailand wurde in den vergangenen Monaten heftig kritisiert. Jetzt hat die Regierung Konsequenzen gezogen: Ausländern ist es nun verboten, eine Leihmutter in Thailand zu engagieren. So solle der "Miete dir einen Bauch"-Tourismus beendet werden.

"Das Gesetz soll dafür sorgen, dass die Bäuche von Thailands Frauen nicht zu den Bäuchen der Welt werden", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Wanlop Tankananurak, ein Mitglied des thailändischen Parlaments. "Das Gesetz hindert ausländische Paare daran, für kommerzielle Leihmutterschaftsdienste nach Thailand zu kommen."

Ein Paar, in dem mindestens ein Partner aus Thailand kommt, könne weiterhin eine Leihmutter aus dem Land beschäftigen - vorausgesetzt, die Frau ist mindestens 25 Jahre alt. Wer gegen das Gesetz verstoße, müsse mit "ernstzunehmenden Haftstrafen" rechnen, sagte Tankananurak.

Im August 2014 erschütterte die Geschichte einer jungen Thailänderin die Menschen weltweit: Die Leihmutter behauptete, die biologischen Eltern aus Australien hätten nur einen der beiden Zwillinge mit nach Australien genommen. Den anderen, einen Jungen, hätten sie zurückgelassen, weil er das Downsyndrom hat. Die Eltern bestritten dies.

In einem anderen Fall hatte ein Japaner mindestens zehn Kinder von thailändischen Leihmüttern austragen lassen, in den Lokalmedien war von der "Baby-Fabrik" die Rede.

Nach der anhaltenden Kritik fiel bereits im vergangenen August der Beschluss, das Geschäft mit der Leihmutterschaft zu verbieten. Im November wurde eine weitere juristische Hürde genommen - und seit diesem Donnerstag ist das Gesetz in Kraft.

Kritiker befürchten nun jedoch, dass die Leihmutterschaft dadurch nicht beendet, sondern in die Hinterzimmer verbannt werden. Für betroffenen Frauen sei es nun schwerer, angemessene medizinische Versorgung zu bekommen.

aar/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
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1.
Trondesson 20.02.2015
Hoffentlich werden andere Staaten diesem Beispiel folgen und dieser unsäglichen Praxis den Garaus machen.
2.
spon-facebook-10000283853 20.02.2015
Sind Thailänder jetzt Sklaven ihrer Regierung? Ja, Politikern mag nicht gefallen, dass Menschen sich nach ihrem freien Willen auf die eine oder andere Weise verhalten - so ist es ja auch zur Kriminalisierung von Homosexualität oder "Mischehen" im 3. Reich gekommen - aber diese Dinge sind individuelle Entscheidungen. Egal ob man es "gut" oder "böse" findet - Moral ist nicht kollektiv.
3. Laecherlich, die verbieten die offizell
blob123y 20.02.2015
und dahinter gehts ganz einfach weiter. Fuer die meisten Thailaender ist das Problem geloesst wenn die darueber gesprochen haben. Das kommt daher das es praktisch unmoeglich ist das Thai ueber ernsthafte Sachen ausserhalb der Familie sprechen. Die reden entweder gar nicht oder explodieren umsonst kommt "Amok" nicht aus dieser Gegend.
4. Immerhin...
fatherted98 20.02.2015
...ein weiterer richtiger Schritt. Thailands Militaer Regierung hat schon einiges an Richtigen Dingen auf den Weg gebracht...obwohl gerade von Deutschland kritisiert....das was zur Zeit in Thailand vorangeht, das haben die demkratisch gewaehlten KORRUPTEN Regierungen in 20 Jahren nicht geschafft...egal welche Partei an der Macht war. Dieses Gesetz ist eines von vielen Pluspunkten die den Weg in die richtige Richtung weisen.
5.
mcmercy 20.02.2015
Leihmutterschaft gehört generell verboten. Kinder sind keine Handelsware. Und Schwangerschaft keine Dienstleistung.
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