Diät für Thailands Mönche Zu fette Beute

Thailands Mönche essen, was in ihren Opferschalen landet. Und das ist meist besonders fett oder süß. Nun mischt sich die Gesundheitsbehörde ein: Weil die Geistlichen zu krank und dick sind, sollen Gläubige gesünderes Essen spenden.

DPA

Hamburg - Traditionell ziehen buddhistische Mönche morgens mit Opferschalen durch die Straßen, Gläubige füllen diese dann mit meist frisch gekochten Speisen: Reis, Gemüse oder Fleisch. Häufig landet in den Schälchen allerdings besonders ungesundes Essen. Mit dem Spenden von Kalorienbomben wollen die Gläubigen Pluspunkte für ein gutes Karma sammeln.

Doch nun sollen die Mönche in Thailand auf Diät. Die Behörde für Gesundheitsförderung untersuchte vor kurzem 246 Geistliche und stellte fest, dass 45 Prozent zu dick sind. 40 Prozent leiden an Diabetes, Bluthochdruck, Magengeschwüren oder Allergien. Das liege an dem ungesunden Essen, befand die Behörde - und rief die Thailänder daher auf, den Mönchen gesünderes Essen zu spenden.

Auch die Geistlichen selbst sollen etwas für ihre Gesundheit tun: Die Behörde empfahl ihnen, weniger Limonade zu trinken. Da die Mönche traditionell ab mittags bis zum darauffolgenden Morgen fasten, greifen viele von ihnen zum süßen Getränk, um das Hungergefühl zu unterdrücken. 43 Prozent gaben zudem an, aus diesem Grund zu rauchen.

aar/dpa



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insgesamt 9 Beiträge
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fxe1200 31.07.2012
1. Morgens um sechs...
...wenn die Moenche sammeln, gebe ich braunen Reis, Mangos, Bananen, Papaya, Wassermelone und Wassergras ( Pak bun). Je nach dem ,was erhaeltlich oder uebrig ist. An mir kann es nicht liegen. Gruss aus Hat Yai
pinsel66 31.07.2012
2.
Thailand hat ca. 200.000 Mönche. Inwieweit eine Untersuchung von 246 Mönchen repräsentativ sein soll weiss ich nicht. Aus meinen Erfahrungen sind die Mönche die ich in unserer Provinz kenne, nicht dicker als die sonstige Bevölkerung.
blowup 31.07.2012
3. nicht allein
Ich denke, das liegt nicht allein am Essen. Sicherlich spielt Bewegungsmangel auch eine Rolle - wie bei uns. Auch das Rauchen spielt anscheinend eine große Rolle. Wie oft habe ich qualmende Mönche gesehen. Bin jedes mal verwundert. Habe im allgemeinen durchaus Respekt vor Mönchen, aber sorry, die Typen mit Glimmstengel im Mund kann ich nicht ernst nehmen.
neanderspezi 31.07.2012
4. Geistliche Sicht der Dinge verträgt keine weltliche Maßregelung
Man stelle sich einfach eine üppige Buddha-Statue vor und um sie herum eine Gruppe ausgehungerter magerer Mönche, das würde doch das Auge jedes Thailänders verletzen, der dem buddhistischen Glauben angehört. Jeder dieser Mönche befindet sich auf dem Weg zur Überwindung des leidhaften Daseins und er könnte mit einem asketischen Hungerleider-Gehabe seinem Karma schaden, was sich in einer weiteren Runde im Werden und Vergehen niederschlagen und den Eingang ins Nirwana verzögern würde. Eines haben diese Mönche sicher erkannt, dass ein hungriger Magen jegliche Kontemplation, allein schon durch ein Knurren stören kann und eine Regierung, die die Mönche gewogen und zu schwer befunden hat, möge sich gefälligst erst um ihr eigenes Karma kümmern und sich über einen neuen mönchstauglichen BMI Gedanken machen.
Newspeak 31.07.2012
5.
Da sieht man wieder die vereinigende Kraft der Religionen. Die deutschen Mönche sind doch nicht gerade als Kostverächter bekannt. Von wegen Bier brauen in der Fastenzeit, im Fluß getötetes Wild als Fisch deklarieren (und Fisch nicht als Fleisch auffassen) und Fleisch im Maultaschenteig verstecken, damit es Gott nicht sieht :-).
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