Felssturz in Österreich Dutzende Menschen von Außenwelt abgeschnitten

Nach einem tonnenschweren Felssturz in Tirol können mindestens 70 bis 80 Menschen ein Tal nicht mehr verlassen. Eine Zufahrtsstraße ist mit Gestein und Erde verschüttet.

zeitungsfoto.at/ Dominik Bartl

In der Gemeinde Vals, die knapp 40 Kilometer südlich von Innsbruck liegt, stürzten an Heiligabend tonnenweise Gestein und Erde auf eine Zufahrtsstraße eines Tals. Rund 150 Meter der Straße sind bis zu 50 Meter hoch verschüttet, wie die Tiroler Polizei mitteilte. Mehrere zehntausend Tonnen Gestein waren nach ersten Schätzungen abgerutscht, und der Hang war weiter in Bewegung, wie Einsatzkräfte berichteten.

Durch den Felssturz sind nun 70 bis 80 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. "Die Eingeschlossenen werden voraussichtlich noch zwei Tage nicht erreichbar sein", sagte Bürgermeister Klaus Ungerank der Nachrichtenagentur APA am Montag. Geologen überflogen das Gebiet und entdeckten einen sich ausdehnenden Spalt, wie Ungerank erklärte. Deshalb musste das Sperrgebiet ausgeweitet werden. Pläne, die Menschen über einen Forstweg aus dem Tal zu holen, wurden zunächst ausgesetzt.

Durch die Ausweitung der Sperre wurde dann auch den 50 Bewohnern des Dorfs Padaun der Weg abgeschnitten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. In dem Gebiet seien "derzeit noch Abstürze im Gange", sagte der Landesgeologe Gunther Heißel im Radiosender ORF Tirol. Einige tiefe Risse hätten sich zudem "sehr, sehr stark ausgedehnt".

Die Dorfbewohner sollen nun per Hubschrauber notversorgt werden. Die Lage sei aber nicht ernst. "Für Weihnachten hat sich jeder eingedeckt", sagte Bürgermeister Ungerank. Das Freiräumen der verschütteten Straße wird nach Angaben der Landesregierung gut drei Wochen dauern.

Die Stimmung unter den Eingeschlossenen sei gut, sagte der Gemeindesekretär von Vals, Johann Gatt, dem ORF. Gatt lebt selbst im abgeschlossenen Teil: "Die Leute nehmen das eher ruhig auf. Sie sind natürlich interessiert, wie es jetzt weitergeht. Aber sonst hält sich die Aufregung in Grenzen."

Laut ORF hatten einige Familien mit Kindern kurz vor dem Felssturz die Stelle passiert. Sie blieben - wie auch andere Bewohner des Tals - unverletzt. Derzeit beraten die Einsatzkräfte, wie man den abgeschlossenen Teil des Orts so schnell wie möglich wieder an das öffentliche Straßennetz anbinden kann. 40 Menschen wurden aus nahe liegenden Häusern in Sicherheit gebracht.

kha/dpa



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