Todesfälle in englischem Krankenhaus Polizei nimmt Krankenschwester fest

Die Zahl der Todesfälle in einem englischen Krankenhaus steigt weiter. Fünf Menschen sind inzwischen an einer verunreinigten Kochsalzlösung gestorben. Im Verdacht steht eine junge Mitarbeiterin.

Sicherheitskräfte vor dem Krankenhaus in Stockport: Noch mehr tote Patienten befürchtet
REUTERS

Sicherheitskräfte vor dem Krankenhaus in Stockport: Noch mehr tote Patienten befürchtet


Stockport - Fünf Patienten sind tot, und eine junge Frau sitzt hinter Gittern. Das ist die Bilanz eines Dramas, das sich in einem Krankenhaus im britischen Stockport abspielte. Die 27-jährige Rebecca L. wurde verhaftet, weil vier Männer und eine Frau an Infusionen gestorben waren, die sie manipuliert haben soll.

Die Patienten im Alter von 44, 71, 83 und 84 Jahren hatten eine Kochsalzlösung verabreicht bekommen, die mit dem blutzuckerregulierenden Hormon Insulin versetzt war. Elf weitere Personen, die die kontaminierte Lösung erhalten hatten, zeigten mittelschwere Symptome. Die Polizei hatte das Krankenhaus am vergangenen Samstag abgeriegelt. Besucher und Personal mussten die Klinik durch Sicherheitsschleusen betreten. Der gesamte Bestand an Infusionen mit Kochsalzlösung wurde ausgetauscht.

"Wir haben es mit jemandem zu tun, der absichtlich Kochsalzlösung kontaminiert hat - und zwar ausgerechnet an einem Ort, an dem sich die Leute geborgen fühlen sollten." So fasste der stellvertretende Polizeichef Terry Sweeney die Lage im Krankenhaus des nordenglischen Ortes zusammen.

Künftige Todesfälle im Krankenhaus sollen nun direkt von Gerichtsmedizinern untersucht werden. Auch die Akten verstorbener Patienten, deren Todesursache unklar war, müssten nun geprüft werden.

Unterdessen könnte die Zahl der Toten noch weiter steigen. "Dies werden vermutlich Menschen sein, die älter oder krank waren", sagte Ian Hopkins von der Polizei Manchester. Die Ermittlungen seien extrem kompliziert und erforderten detaillierte Analysen.

jbr/dpa



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