Todesflug AF 447 Tauchroboter ortet Heckteile der Unglücksmaschine

Das Rätsel um die abgestürzte Air-France-Maschine könnte schon bald gelöst sein: Bei der Auswertung der Roboterbilder in 4000 Meter Meerestiefe haben Ermittler offenbar die Heckteile des Jets lokalisiert - und hoffen nun, auch den Datenschreiber von Flug AF 447 zu finden.

Fotos von Wrackteilen: Offenbar Flugdatenschreiber entdeckt
REUTERS

Fotos von Wrackteilen: Offenbar Flugdatenschreiber entdeckt


Hamburg - Die Chance auf eine Bergung der Flugdatenschreiber von Todesflug AF 447 ist knapp zwei Jahre nach dem Absturz der Air-France-Maschine über dem Atlantik gestiegen. Bei der Sichtung der Unterwasseraufnahmen haben Ermittler offenbar das Heck des Unglücksflugzeugs entdeckt. Beim Airbus sind die beiden Flugdatenschreiber ("Black Box") im hinteren Teil der Maschine angebracht.

Die Ortung werde die Suche bei der fünften Bergungsexpedition ab dem 21. April erleichtern, schreibt die französische Zeitung "Le Figaro" unter Berufung auf die Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA. Die in den Datenschreibern gespeicherten Informationen sollen ausgelesen werden, um das Unglück mit 228 Toten endlich aufzuklären. Unter den Opfern befanden sich auch 28 Deutsche.

Die automatisch gefunkten Meldungen des Flugzeugs und die aus dem Atlantik gefischten Wrackteile reichten bisher nicht aus, den genauen Hintergrund der Katastrophe zu klären. Frühere Suchen nach Wrack und Flugschreibern waren erfolglos geblieben.

Die Trümmerteile waren Anfang April nur fünf Seemeilen nördlich der letzten bekannten Position des zweistrahligen Airbus A330 in einer Wassertiefe von 4000 Metern geortet worden. Dabei wurden außerdem mehrere Leichen entdeckt, die nach Angaben von "Le Figaro" teilweise noch in ihren Sitzen angeschnallt waren. Um die Bergung dieser Toten ist ein heftiger Streit zwischen den Angehörigen entbrannt - einige von ihnen wollten die Leichen auf dem Meeresgrund belassen.

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Todesflug AF 447: Wrack auf dem Meeresboden geortet
Der Air-France-Flug AF 447 war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio nach Paris in einer Unwetterfront nach dem Ausfall von Geschwindigkeitsmessern und anderen Geräten abgestürzt. Als wahrscheinlich gilt aber, dass der Jet nach schnellem Höhenverlust erst beim Aufprall auf dem Wasser zerschellte.

jok/dpa

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Hans58 14.04.2011
1. Nie mehr einen Titel...
Zitat von sysopDas Rätsel um die abgestürzte Air-France-Maschine könnte schon bald gelöst sein: Bei der Auswertung der Roboterbilder in 4000 Metern Meerestiefe haben Ermittler laut "Le Figaro"*die Heckteile des Jets lokalisiert. Darin befinden sich die Datenschreiber von Flug AF 447. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,757133,00.html
Wenn man den Artikel liest, gewinnt man den Eindruck, dass da keine Rede von sein kann, was hier als Diskussionsthema vorgegeben ist: "Tauchroboter ortet Black Box der Unglücksmaschine". Zitat aus dem Artikel: "Bei der Sichtung der Unterwasser-Aufnahmen haben Ermittler offenbar das Heck des Unglücks-Flugzeugs entdeckt. Beim Airbus sind die beiden Flugdatenschreiber ("Black Box") im hinteren Teil der Maschine angebracht." Im Heck ist bei Flugzeugen vieles untergebracht, aber in keinem Flugzeug sind 2 Flugdatenschreiber untergebracht. Es gibt ein Flugdatenschreiber und ein Sprachaufzeichengerät.
vogelskipper 14.04.2011
2. Warum diskutieren?
Ich frage mich, warum man über so eine Nachricht überhaupt "diskutieren" soll? Man muß nicht immer über alles diskutieren, bestimmte Nachrichten sind einfach nur da, um sie zur Kenntnis zu nehmen. Ich hoffe für all die Angehörigen der Opfer, dass man wenigstens den genauen Grund des Absturzes nun aufklären kann, denn es wird manchem vielleicht helfen damit besser abzuschließen.
Golfkiller8443 14.04.2011
3. Sage ich nicht
Mich würde einfach mal interessieren, wer bei SPON entscheidet, über welche Meldungen man diskutieren darf und über welche nicht. Dieser Artikel hier gehört jedenfalls in die 2. Kategorie und andere, die wirklich eine Diskussion wert wären, darf man nur lesen. Warum nicht einfach generell bei allen mitreden dürfen?
dwg 14.04.2011
4. .
Zitat von vogelskipperIch frage mich, warum man über so eine Nachricht überhaupt "diskutieren" soll? Man muß nicht immer über alles diskutieren, bestimmte Nachrichten sind einfach nur da, um sie zur Kenntnis zu nehmen. Ich hoffe für all die Angehörigen der Opfer, dass man wenigstens den genauen Grund des Absturzes nun aufklären kann, denn es wird manchem vielleicht helfen damit besser abzuschließen.
Richtig - Thread schliessen. Danke.
neswlf88 15.04.2011
5. voreilige Freude
Der Titel "Tauchroboter ortet Black Box der Unglücksmaschine" scheint mir doch etwas hochgegriffen. "Geortet werden" können die Black Boxes gar nicht mehr, da die akustischen Signale seit 1 1/2 Jahren verstummt sind. Dass jetzt auf den Fotos Wrackteile des Hecks entdeckt wurden ist in der Tat eine gute Nachricht. Allerdings freue ich mich erst, wenn das entsprechende Wrackteil intakt an der Oberfläche ist und die Datenschreiber tatsächlich noch an ihrem Platz (vielleicht sind bei dem Aufprall Teile des Hecks abgebrochen & die Datenschreiber ganz woanders auf dem Meeresgrund gelandet). Gehen wir davon aus dass sie tatsächlich noch an ihrem Platz sind, ist noch völlig unklar ob sie auch ausgelesen werden können. In diesem Fall hat es bereits so viele voreilige Nachrichten gegeben die später wiederrufen werden mussten (man erinnere sich dass im Juli 2009 bereits vermeldet wurde die Blackboxes seien gefunden) dass ich solcherlei Meldungen immer äußerst skeptisch zur Kenntnis nehme. Wenn die Blackboxes bei der Behörde zur Aufklärung von Flugunfällen liegen & vermeldet wird dass sie noch lesbar sind, DANN werde ich mich freuen. Für die Angehörigen, die endlich doch noch die Wahrheit erfahren, wer die Schuld am Tod ihrer Bekannten, Freunde & Verwandten trägt. Und für die Luftfahrt, die hoffentlich aus diesem Unglück die entsprechenden Konsequenzen ziehen wird. Eine könnte schonmal sein, ein neues "Flugdatenschreiber"-Konzept zu entwickeln, dass die Daten nicht mehr in der Maschine selber speichert sondern zum Boden überträgt. Dann würde man sich in Zukunft Millionen an Suchkosten und für die Angehörigen unerträglich lange Ungewissheit ersparen.
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