Geklautes Uralt-Bäumchen Bonsai-Besitzer geben Dieben Pflegetipps

400 Jahre alt ist der Bonsaibaum, der aus dem Garten japanischer Züchter gestohlen wurde. Die Besitzer des Zehntausende Euro teuren Gewächses haben sich deshalb an die Täter gewandt.

Bonsai in Japan (Symbolbild)
AFP

Bonsai in Japan (Symbolbild)


Insgesamt sieben Pflanzen nahmen der oder die Täter mit: In Kawaguchi, nördlich von Tokio, wurden unlängst Bonsai-Bäume gestohlenen. Darunter war dem Sender CNN zufolge auch ein seltener, rund 400 Jahre alter Bonsai im Wert von umgerechnet mehr als 80.000 Euro. Gesamtschaden des ungewöhnlichen Eigentumsdelikts insgesamt: gute 100.000 Euro.

"Wir haben diese Miniatur-Bäume wie unsere Kinder behandelt", sagte Fuyumi Iimura, die Frau des Bonsai-Gärtners, dem Sender. "Es gibt keine Worte dafür, wie wir uns fühlen."

"Keine Woche ohne Wasser"

Auch Ehemann Seji Iimura meldet sich via Facebook zu Wort gemeldet. "Ich bin erfüllt von Traurigkeit und Herzschmerz", heißt es darin. Und: "Wenn Sie diesen Bonsai irgendwo gesehen haben, lassen Sie es mich bitte wissen." Dazu stellte der Züchter ein Bild des gestohlenen, jahrhundertealten Shimpaku-Wacholders.

Mit den Bonsais kann laut CNN viel Geld auf dem Schwarzmarkt verdient werden. Fuyumi Iimura sagte dem Sender, sie würden häufig nach Europa gebracht. "Es ist schwer, einen Baum wiederzubekommen, sobald er den Besitzer gewechselt hat", sagte Iimura.

Sollte auch ihr Baum nicht zurückgebracht werden, bitte sie die Diebe darum, sich gut um die Bonsaibäume zu kümmern. "Ich möchte, dass, wer auch immer die Bonsais mitnahm, diese auch gießt", wird sie zitiert. "Der Shimpaku lebt seit 400 Jahren. Er benötigt Pflege und kann keine Woche ohne Wasser überleben."

Der Bonsai-Baum sei vor mehr als einem Jahrhundert auf einem Berg ausgegraben worden und Stück für Stück auf seine jetzige Größe von gerade mal 80 Zentimeter zurückgeschnitten worden, berichtete der britische "Independent" unter Berufung auf Seji Iimura. Der Züchter ist demnach ein Meister in der Bonsai-Kunst in fünfter Generation. "Das kann nicht über Nacht gemacht werden."

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