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Proteste gegen Torero "Paquirri": Mann kämpft gegen Stier - mit Tochter auf dem Arm

Nirgends sei seine Tochter sicherer als in seinen Armen, meint der spanische Torero "Paquirri". Deshalb nahm er sie mit in die Stierkampfarena. Ein Foto vom Ausflug sorgt für heftige Proteste: Der Angegriffene verteidigt sich, die Behörden untersuchen den Fall.

Wenn ein Mann gegen einen Stier antritt, dann ist das eine gefährliche Sache. Der Torero kann noch so gut trainiert und noch so viel Erfahrung haben - zu Unfällen kommt es dennoch immer wieder. Saúl Jiménez Fortes wurde im vergangenen Jahr auf die Hörner genommen und landete auf der Intensivstation. Eine berühmte Stierkampf-Veranstaltung musste 2014 abgesagt werden, weil die Tiere alle drei Kämpfer verletzt hatten.

Doch Fran Rivera Ordóñez sieht im Stierkampf keine große Gefahr. Der 42-Jährige ist als "Paquirri" bekannt - und momentan für zahlreiche Menschen der Inbegriff eines verantwortungslosen Vaters.

Ordóñez hat auf seinem Instagram-Account ein Foto veröffentlicht, es zeigt ihn mit seiner fünf Monate alten Tochter auf dem Arm beim Kampf gegen einen Stier. "Carmens Debüt", schrieb er dazu. Sie gehöre zur 5. Generation der Stierkämpfer in der Familie. Er sei wahnsinnig stolz.

Rund 8000 Nutzer gaben an, das Foto zu mögen. Doch die Zahl der Kritiker dürfe deutlich höher liegen. Ordóñez selbst äußerte sich via Twitter dazu: Die Zahl der Beleidigungen und Todesdrohungen, die ihn erreichten, sei beeindruckend. Er forderte dazu auf, "unsere Traditionen zu respektieren".

Für seine Tochter habe nur eine "minimale Gefahr" bestanden, schrieb er. "Es gibt deutlich gefährlichere Dinge im Leben." Er habe lediglich eine Tradition seiner Familie fortgesetzt. Auch sein Vater und sein Großvater hätten sich mit einem Kind auf dem Arm vor einen Kampfstier postiert. "Sie wird niemals sicherer sein als in meinen Armen."

Neben den zahlreichen Anschuldigungen und Beleidigungen muss Ordóñez nun womöglich auch mit Konsequenzen der Behörden rechnen. Das Amt des Ombudsmanns und Jugendbeauftragten in der südspanischen Region Andalusien gab via Twitter bekannt, den Fall zu untersuchen.

aar/dpa

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