Hemd, Krawatte, Socken Kanadischer Polizist kauft Ladendieb, was dieser stehlen wollte

In Toronto hatte ein 18-Jähriger Glück beim Klauen: Weil er Kleidung für ein Vorstellungsgespräch mitgehen lassen wollte, zeigte ein Polizist Verständnis - und bezahlte das Outfit.

Niran Jeyanesan
Toronto Police Service

Niran Jeyanesan


Das hätte auch schiefgehen können: Weil er passende Kleidung für ein Vorstellungsgespräch brauchte, entschied sich ein 18-Jähriger in Toronto, bei Walmart ein Anzughemd, eine Krawatte und Socken zu klauen. Der junge Mann wurde jedoch erwischt und traf so unter anderem auf einen Polizisten namens Niran Jeyanesan.

Zum Glück für den Dieb hatte Jeyanesan aber Verständnis für dessen Situation. Nachdem der Mann ihm von seiner schwierigen Lebenssituation berichtet hatte, trafen der Polizist und seine Kollegen den Entschluss, ihm die Sachen zu bezahlen, die er stehlen wollte.

Der Mann sei in einer Situation gewesen, in der er Hilfe brauchte, sagte Jeyanesan in einem Videointerview. Nicht jeden Tag habe man als Polizist die Chance, eine negative Situation zu etwas Positivem zu wenden. Für den Dieb blieb es daher zunächst bei einer Verwarnung.

Videointerview mit dem Polizisten

Und diese Entscheidung des Polizisten vom Montag sollte nicht die einzig gute Nachricht für den 18-Jährigen bleiben. Der kanadische Sender CP24.com berichtete am Freitag, der Mann habe Polizist Jeyanesan zufolge tatsächlich den Job bekommen, für den er das Vorstellungsgespräch gehabt habe.

"Er fängt Montag an", zitiert CP24.com aus einer E-Mail des Polizisten: "Er sagte mir, er habe wirklich das Hemd und die Krawatte getragen. Ich bin so glücklich."

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insgesamt 13 Beiträge
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Newspeak 13.08.2017
1. ...
In Toronto handeln Polizisten menschlich und alles geht gut aus. In den USA waere der Raeuber wahrscheinlich entweder jetzt tot, oder demnaechst 40 Jahre im Knast.
Zitrone! 13.08.2017
2.
Ich wüsste wirklich gern, wie deutsche Polizisten in so einem Fall handeln würden. Nach meiner - glücklicherweise nicht allzu breiten - Erfahrung würden sie sich an ihren Paragrafen festbeißen und auf keien Fall so menschenfreundlich handeln.
iffelsine 13.08.2017
3. Ich hätte den nicht eingestellt !
Wer keinen Respekt vor fremdem Eigentum hat, vergreift sich auch leicht am Eigentum des Arbeitgebers - die Hemmschwelle ist offenbar nicht vorhanden !
Leblanc 13.08.2017
4. Respekt...Rücksicht...
Zwei Gedanken zum Weiterdenken: Eigentum und erkannte Notlage: Was soll man wie "berücksichtigen"? Die "menschlich" genannte Hilfeleistung zeigt, dass heutzutage das EIGENTUM einen "unmenschlich" hohen Schutzwert zuerkannt bekommt, oder? Der Gesetzgeber kennt den Befund "Mundraub", in dem auch die Abwägung "Eigentum" und "Notlage" zu gunsten des MENSCHEN ausfällt. Aktuell hat ein Polizist mit Kollegen als MEnschen eine Abwägung vorgenommen, die ICH (auch mit den wenigen beschriebenen Fakten) für erstmal begrüßenswert halte.
chalchiuhtlicue 13.08.2017
5. Wer über deutsche Polizisten jammert, ...
... der sollte mal ein paar Jahre in den USA oder in Südamerika leben. Dann würde er unseren Polizisten die Füße küssen aus Dankbarkeit!
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