Tote im Himalaja Schneesturm weht Bergsteiger über Klippe

Sie wollten eine neue Route auf einen eher unbekannten Berg in Nepal finden - doch die Expedition endete in der Katastrophe: Die Mitglieder einer Bergsteigergruppe sind bei einem Sturm ums Leben gekommen.

Gipfel im Himalaja (Symbolbild)
imago/ BE&W

Gipfel im Himalaja (Symbolbild)


Die Mitglieder einer Expedition in Nepal sind in einem Schneesturm ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben vom Samstag wurde ihr Zeltlager auf dem Mount Gurja im Westen des Landes komplett verwüstet. Die Angaben über die konkrete Zahl der Opfer variieren derzeit noch. Sieben Tote sind bestätigt, bei den beiden verbleibenden Personen ist nicht klar, ob sie als vermisst oder tot gelten.

Bei der Gruppe handele es sich um fünf Bergsteiger aus Südkorea und ihre nepalesischen Führer, die den selten bestiegenen Himalaja-Berg auf einer neuen Route bezwingen wollten.

Wegen des unbeständigen Wetters und der Kälte konnten die Leichen zunächst nicht geborgen werden. Nach Angaben des südkoreanischen Außenministeriums wurden die Bergsteiger am Freitag von den heftigen Sturmböen im Basislager von Mount Gurja überrascht. "Sie wurden über eine Klippe geweht und starben". Nach 24 Stunden ohne Kontakt mit dem Team schlugen die Organisatoren der Tour Alarm.

Ein Hubschrauber konnte am Samstag oberhalb des Zeltlagers landen, musste jedoch die Suche abbrechen und zurückkehren. Wegen des anhaltend schlechten Wetters sollen die Leichen nun erst am Sonntag geborgen werden, teilte die nepalesische Regierung mit.

Seit vielen Jahren war niemand mehr auf dem Gipfel

Hubschrauberpilot Siddartha Gurung bot sich bei seiner Landung oberhalb des Basislagers ein erschütterndes Bild. "Alles war weg, alle Zelte weggeweht", berichtete er der Nachrichtenagentur AFP. Einige der Leichen habe er in bis zu 500 Metern Entfernung in einem Flussbett entdeckt.

Das Expeditionsteam hatte am Fuße des 7193 Meter hohen Mount Gurja gezeltet und auf gutes Wetter gewartet, um den Gipfel zu besteigen. Geleitet wurde es von Südkoreas Rekordbergsteiger ohne zusätzlichen Sauerstoff, Kim Chang Ho, wie aus Registrierungsunterlagen der nepalesischen Behörden hervorgeht.

Mount Gurja liegt im Annapurna-Massiv etwa 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu. Nur wenige haben den Berg bisher bestiegen: Erstmals gelang es 1969 einem Team aus Japan, seinen Gipfel zu erklimmen, seit 22 Jahren aber ist er verwaist, wie aus der Himalaja-Datenbank hervorgeht.

Die Bergsteigersaison läuft in Nepal von April bis Mai, dann ist das Wetter am günstigsten. Bergsteiger versuchen trotz des höheren Risikos aber auch, in der Herbstsaison von September bis Oktober die Gipfel des Himalaja zu erklimmen.

jok/AFP



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