Tropensturm Hurrikan "Karl" fegt über Mexiko hinweg

Schweres Unwetter: Mit Windgeschwindigkeiten von knapp 200 Stundenkilometern ist Hurrikan "Karl" am Freitag im Südosten Mexikos auf Land getroffen. In der Region befindet sich das einzige Atomkraftwerk des Landes, die Reaktoren wurden vorsichtshalber abgestellt.

Menschen am Strand von Chachalacas: Kampf gegen Naturgewalt
REUTERS

Menschen am Strand von Chachalacas: Kampf gegen Naturgewalt


Miami - Der Wirbelsturm "Karl" ist am Freitag über die mexikanische Golfküste hinweggefegt. Dabei wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometer gemessen. Kurz nach dem Erreichen des Festlandes schwächte sich der Tropensturm ab, das US-Hurrikanzentrum (NHC) stufte "Karl" zu einem Hurrikan der Kategorie zwei auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala herunter. Zuvor hatten die Behörden als Vorsichtsmaßnahme das einzige Atomkraftwerk des Landes abgeschaltet.

Nach Behördenangaben wurden im Bundesstaat Veracruz Hunderte Bäume entwurzelt, Strommasten umgeworfen und Autos beschädigt. Rund 80 Prozent der Haushalte in der Region waren ohne Elektrizität. Ob es auch Verletzte gegeben hat, war zunächst noch unklar. Die Behörden hatten im Vorfeld Notunterkünfte bereitgestellt.

Laut dem in Miami ansässigen NHC schwächte sich "Karl" auf seinem Weg ins Landesinnere binnen zwei Stunden auf Windgeschwindigkeiten von 175 Stundenkilometer ab. Eine weitere Abschwächung des Hurrikans wurde erwartet. Ursprünglich hatte sich Mexiko für noch höhere Windgeschwindigkeiten gewappnet, nachdem der Sturm im Golf von Mexiko an Kraft gewonnen hatte.

"Karl" zog in nur sieben Kilometer Entfernung am Atomkraftwerk Laguna Verde vorbei. Dessen zwei Reaktoren seien bereits am Donnerstagabend abgeschaltet worden, um jedes Risiko auszuschließen, wie der Gouverneur von Veracruz, Fidel Herrera, am Freitag mitteilte.

Arbeitsstopp auf Ölbohrplattformen

In dem Kraftwerk werden etwa drei Prozent des in Mexiko verbrauchten Stroms produziert. Zudem hatte der staatliche Ölkonzern Pemex nach eigenen Angaben die Produktion auf 14 Bohrinseln vor der Küste sicherheitshalber eingestellt.

"Karl" traf als erster Hurrikane der Saison im Atlantik auf Land. Das NHC warnte weiter vor starken Niederschlägen und bis zu vier Meter hohen Wellen. Demnach könnten die schweren Regenfälle auch flutartige Überschwemmungen auslösen.

Veracruz und andere Staaten im Süden Mexikos leiden nach heftigen Regenfällen seit Wochen unter Hochwasser. Seit Donnerstagabend regnet es in der Region ununterbrochen.

Der Wirbelsturm war am vergangenen Wochenende in der Karibik entstanden. Bei seinem Zug über die mexikanische Halbinsel Yucatán war er zunächst schwächer geworden. Über dem warmen Wasser des Golfes von Mexiko tankte er aber rasch Kraft und wurde zum Hurrikan. Er ist der sechste Hurrikan auf dem Atlantik in diesem Jahr.

jok/AFP/dpa-AFX

Mehr zum Thema


Forum - Wie kann Mexiko der Rauschgiftmafia entkommen?
insgesamt 1919 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Skandalos, 30.07.2010
1.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Durch die Legalisierung von Drogen in den USA. Dort gibts ja eine aktuelle Initiative, die sich großer Unterstützung quer durch alle Parteien erfreut. Prohibition funktioniert einfach nicht.
karmamarga 30.07.2010
2. Wie entkommen?
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Den Shabab-Milizen das Land schenken. Dann weiss jeder im Land mit wem oder was er es zu tun hat. So wie jetzt geht die Sache endlos weiter.
Ohli 30.07.2010
3. Keine Macht der Drogenmafia
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Die Abteilung der UN, die sich des Themas Drogen angenommen hat, gibt auf ihren jählich stattfindenden Konferenzen in Wien seit 2 Jahren bekannt, das der "War on Drugs", der hauptsächlich in den 80er Jahren von Ronald Reagan proklamiert wurde, verloren ist. Jahrzehnte in denen Milliarden für die Strafverfolgung ausgegeben wurden, umsonst. Der weltweite illegale Drogenanbau hat sich erhöht, die Verkaufszahlen und der Umsatz haben sich erhöht (geschätzte 500 Milliarden US-Dollar wurden im vergangenen Jahr weltweit mit illegalen Drogen umgesetzt). Weiter so wie bisher, bedeutet weitere Profite für die organisierte Kriminalität, weiter Korruption, weiter mit dem Elend und Leid. Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion, sagte einmal der Drogenbeauftragte der Regierung Kohl, Eduard Lintner. Das Ziel muss eine staatlich regulierte Vergabe aller zur Zeit illegalen Drogen sein. Wie eine erfolgreiche Drogenpolitik aussehen kann, zeigt der "Frankfurter Weg" und deren Projekt mit der Heroinvergabe an schwerstabhängige. Regulierung statt Repression, Akzeptanz und Toleranz, statt Stigmatisierung und Strafverfolgung von Konsumenten. Es wäre auf jeden Fall eimal wünschenswert, wenn man sich sachlich und pragmatisch mit dem Thema Drogen auseinandersetzen würde, statt wie bisher polemisch und emotional. Einen schönen Tag noch, wünscht Ohli
Roller, 30.07.2010
4.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Ganz einfach: die Legalisierung aller Drogen.
obi wan 30.07.2010
5. Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!!
Keine Ahnung wie Mexiko entkommen kann. Ich kann nur sagen: Sicher nicht durch so politisch vielleicht korrekte aber vollkommen nutzlose Konzepte wie Rauschgift legalisieren, Dialog suchen u.ä. Mal sehen wann hier die Ersten hier auftauchenk, die so etwas als alleiniges Allheilmittel ernsthaft verkaufen wollen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.