Zusammenstöße mit der Polizei Istanbuler erliegt Verletzung nach Kopfschuss

Ugur Kurt war in der Nähe, als Polizisten und Demonstranten in Istanbul aufeinander losgingen. Ein Schuss traf ihn in den Kopf. Jetzt ist er gestorben.

Ein Demonstrant in Istanbul flüchtet vor einem Wasserwerfer: Ugur Kurt konnte nicht gerettet werden
AFP

Ein Demonstrant in Istanbul flüchtet vor einem Wasserwerfer: Ugur Kurt konnte nicht gerettet werden


Istanbul - Proteste in der Türkei haben wieder ein Menschenleben gekostet: Der Istanbuler, den am Rande einer Demonstration eine Kugel in den Kopf traf, ist gestorben. Das teilte der Chefarzt des Krankenhauses mit, in das Ugur Kurt am Donnerstag eingeliefert worden war. Ein Krankenhausmitarbeiter bestätigte das der Nachrichtenagentur Reuters. Der Gouverneur Istanbuls, Hüseyin Avi Mutlu, teilte über Twitter mit, der Mann habe nicht gerettet werden können, und kondolierte.

Kurt hatte an einer Trauerfeier teilgenommen. So berichtet unter anderem die englischsprachige Online-Version der "Hürriyet" sowie der stellvertretende Premierminister der Türkei, Bülent Arinc, der das Parlament bereits vor dem Tod des 30-Jährigen über die Schüsse informiert hatte.

In der Nähe der Beerdigung war es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen, die gegen die Regierung Erdogan protestierten. Es ging um das Minenunglück in Soma und den Tod des Jungen Berkin Elvan, der im März nach Monaten im Koma gestorben war. Elvan war im vergangenen Jahr am Rande einer Demonstrantion durch eine Gaskartusche der Polizei verletzt worden.

Auch bei der Demonstration an diesem Donnerstag hat die Polizei Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Und, so berichten es verschiedene Medien, sie habe die Demonstranten verfolgt. Dabei traf ein Schuss Ugur Kurt, der genaue Hergang ist noch unklar.

"Hürriyet" zitiert den Gouverneur Mutlu mit den Worten, Kurt sei verletzt worden, nachdem die Polizisten von der kleinen Gruppe mit Molotow-Cocktails beworfen worden waren. Von wem die Schüsse abgegeben wurden, sagte er nicht. Reuters berichtet von Videomaterial, das dokumentiert, dass Polizisten zumindest in die Luft geschossen haben.

Der stellvertretende Premierminister Arinc kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

sun/Reuters/AFP



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