Unicef-Bericht 28 Millionen Kinder sind auf der Flucht vor Gewalt

Sie fliehen vor Bomben, Kugeln und Konflikten: 28 Millionen Mädchen und Jungen weltweit haben laut dem Uno-Kinderhilfswerk ihr Zuhause verlassen müssen. Immer mehr sind ohne Eltern auf der Flucht.

Kurdisches Mädchen in Nordfrankreich
AFP

Kurdisches Mädchen in Nordfrankreich


Rund 28 Millionen Kinder sind laut einem aktuellen Unicef-Bericht weltweit auf der Flucht vor Kriegen und Konflikten. 17 Millionen davon suchen in ihrem eigenen Land nach Schutz, 11 Millionen im Ausland. Das geht aus dem Bericht mit dem Titel "Entwurzelt" hervor, den das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen nun veröffentlichte.

Hinzu kommen demnach 22 Millionen weitere Kinder, die ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen haben. Zusammen mit denen, die vor Gewalt fliehen mussten, macht das: 50 Millionen "entwurzelte" Kinder. Die Mädchen und Jungen seien nicht verantwortlich für die Ursachen, heißt es im Bericht. "Aber sie sind immer die Ersten, die von Krieg, Klimawandel und Armut betroffen sind."

Jeder zweite Flüchtling weltweit ist laut Unicef unter 18 Jahre alt, dabei mache diese Gruppe nur rund ein Drittel der Weltbevölkerung aus. Die Zahl der Kinderflüchtlinge sei in den vergangenen fünf Jahren um 77 Prozent gestiegen. Im Jahr 2015 kamen den Angaben zufolge rund 45 Prozent aller Flüchtlingskinder aus Syrien und Afghanistan.

Die meisten Kinder und Jugendlichen verlassen ihre Heimat mit ihren Eltern, immer mehr aber auch allein: Rund 100.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge beantragten 2015 in 78 Ländern Asyl, das sind dreimal so viele wie noch 2014. Diese Kinder seien besonders von Ausbeutung und Missbrauch bedroht, heißt es von Unicef.

aar/dpa/Reuters



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