Unicef 400.000 Kinder in Nigeria von Hungertod bedroht

Unicef schlägt wegen einer großen Hungersnot in Nigeria Alarm. Nach den Angaben der Uno-Organisation sind etwa 400.000 Kinder in dem afrikanischen Land lebensbedrohlich unterversorgt.

Hungersnot in Nigeria
AP

Hungersnot in Nigeria


Etwa 400.000 Kinder in Nigeria leiden nach Schätzungen des UNO-Kinderhilfswerks Unicef unter lebensbedrohlicher Mangelernährung. Besonders die nordöstlichen Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamaoua seien von der Krise betroffen, sagte Ninja Charbonneau vom deutschen Unicef-Komitee. In dem westafrikanischen Land sind insgesamt demnach rund vier Millionen Menschen von Hunger bedroht.

Im Nordosten Nigerias führt die islamistische Terrorgruppe Boko Haram einen blutigen Feldzug zur Errichtung eines islamischen Staates. Seit die Regierung die Extremisten vor einigen Wochen aus der Region zurückgedrängt hatten, bekämen Hilfsorganisationen zum ersten Mal wieder Zugang zu dieser Region.

"Das Leben von Kindern hängt sprichwörtlich am seidenen Faden", sagte die Direktorin der Unicef-Nothilfe Afshan Khan. Bislang konnte nur knapp ein Viertel der von Unicef benötigten 115 Millionen Dollar, rund 102 Millionen Euro, bereitgestellt werden. Eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung sei so nicht möglich.

Seit 2009 töteten die radikalen Islamisten in Nigeria und den Nachbarländern Kamerun, Niger und dem Tschad mindestens 14.000 Menschen, etwa 2,7 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

jal/dpa



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