Unicef-Studie 17 Millionen Babys weltweit leiden unter hoher Luftverschmutzung

Geschätzt 17 Millionen Kinder unter einem Jahr atmen Unicef zufolge extrem schmutzige Luft ein - mit lebenslangen Folgen. Besonders schlimm ist die Lage in Südasien.

Luftverschmutzung in Neu-Delhi, Indien
DPA

Luftverschmutzung in Neu-Delhi, Indien


Atemprobleme, chronische Lungenkrankheiten, Gehirnschäden: Weltweit ist die Gesundheit von Kindern massiv durch Luftverschmutzung bedroht. Das Kinderschutzwerk Unicef hat jetzt einen entsprechenden Bericht veröffentlicht. Demnach sind etwa 17 Millionen Babys unter einem Jahr akut von schlechter Luftqualität betroffen.

Diese Kinder lebten in Regionen, in denen die Verschmutzung mindestens sechsmal höher sei als international festgelegte Standards, hieß es in dem in New York veröffentlichten Bericht. Mehr als drei Viertel dieser Babys, rund 12,2 Millionen, leben in Südasien. 4,3 Millionen leben in Ostasien und der Pazifikregion.

"Diese Schmutzstoffe gefährden nicht nur die Entwicklung der Lungen der Babys, sie können auch ihren Gehirnen langfristigen Schaden zufügen - und damit ihrer Zukunft", sagte Unicef-Direktor Anthony Lake. Er rief die betroffenen Länder auf, mit mehr Engagement gegen Luftverschmutzung vorzugehen. "Kein Kind sollte gefährlich verschmutzte Luft atmen - und keine Gesellschaft kann es sich leisten, Luftverschmutzung zu ignorieren."

Zwar stehe ein wissenschaftlicher Beweis für eine verzögerte Hirnentwicklung durch Luftverschmutzung noch aus, sagte der Autor der Studie, Nicholas Rees, von der Thomson Reuters Foundation. Die steigende Zahl der Indizien sei aber "definitiv ein Grund zur Sorge". Die Entwicklung des Gehirns in den ersten 1000 Lebenstagen eines Kindes sei maßgeblich für spätere Lernbegabung, Wachstum und die Fähigkeit "all das zu tun, was sie im Leben erreichen wollen". Eine qualitativ hochwertige Schulbildung sei wichtig, "aber auch die Entwicklung des Gehirns selbst".

Das gehäufte Auftreten von Erkrankungen wie Asthma, Lungenentzündung, Bronchitis und andere Atemwegsinfektionen ist eng mit der Luftqualität verbunden.

ala/dpa/Reuters

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