Bis 2030 Unicef fürchtet Tod von 69 Millionen Kindern unter fünf Jahren

Unicef hat stärkere Anstrengungen gefordert, den ärmsten Kindern auf der Welt besser zu helfen - besonders südlich der Sahara und in Südasien. Andernfalls drohten in den nächsten 15 Jahre dramatische Folgen.

Kinder auf den Philippinen
DPA

Kinder auf den Philippinen


69 Millionen Kinder unter fünf Jahren könnten nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) bis zum Jahr 2030 an weitgehend vermeidbaren Ursachen sterben. 167 Millionen Kinder drohe bis dahin zudem ein Leben in Armut und 750 Millionen Mädchen eine Zwangsheirat, warnt Unicef in seinem Jahresbericht.

Der Bericht ist besonders für das Gebiet südlich der Sahara erschütternd, wo bis 2030 schätzungsweise neun von zehn Kindern in extremer Armut leben könnten. Dort könnten dann auch die Hälfte aller Kinder weltweit leben, die keinen Zugang zu Grundschulunterricht haben. Weltweit besuchen rund 124 Millionen Kinder keine Schulen der Primar- und unteren Sekundarstufe.

"Wir haben eine Wahl: Jetzt in die Zukunft dieser Kinder zu investieren oder zuzulassen, dass die Welt noch ungleicher und gespalten wird", sagte Unicef-Direktor Anthony Lake. Es seien aber auch Fortschritte dabei gemacht worden, Kinder aus extremer Armut zu befreien und mehr Kinder zur Schule zu schicken. Zudem haben sich sowohl die Kindersterblichkeit als auch die Zahl in extremer Armut lebenden Menschen seit 1990 halbiert.

"Auf die am meisten benachteiligten Kinder konzentrieren"

Regierungen müssten länderspezifische Pläne entwickeln, um sich für die betroffenen Kinder einzusetzen, sagte Justin Forsyth, Vizedirektor des Kinderhilfswerks. "Wenn wir uns nun nicht auf die am meisten benachteiligten Kinder konzentrieren, können wir den Prozess als Ganzes nicht beschleunigen."

Helfer hätten sich bislang auf Programme konzentriert, die eine besonders umfassende Wirkung versprochen hätten, sagte Forsyth. Der Fokus habe dabei auf Kindern gelegen, "die einfacher zu erreichen sind". Nach wie vor unterlägen Kinder von Müttern ohne Schulbildung etwa in Südasien und im subsaharischen Afrika einem dreifach erhöhten Risiko, vor dem fünften Lebensjahr zu sterben.

Mit den im vergangenen Jahr beschlossenen insgesamt 17 Uno-Nachhaltigkeitszielen sollen bis 2030 unter anderem Armut, Klimawandel und Diskriminierung bekämpft werden. Den Zielen haben sich alle 193 Uno-Mitgliedsstaaten angeschlossen.

Unicef-Report zu Kinderrechten

wit/dpa/AFP



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