Nach Tod eines 69-Jährigen Unruhen und Krawalle in Stockholmer Vororten

In Schweden haben Polizisten einen 69-Jährigen erschossen, der mit einer Machete bewaffnet war. Seither kommt es in Stockholms Vororten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. In der vergangenen Nacht gingen rund 30 Autos in Flammen auf.

REUTERS/ Scanpix

Stockholm - Hunderte Jugendliche haben in der Nacht in Einwanderer-Vororten von Stockholm Autos in Brand gesetzt sowie Polizisten und Rettungskräfte angegriffen. In der dritten Krawallnacht in Folge gingen laut Polizei rund 30 Fahrzeuge in Flammen auf. Ein Sprecher machte Jugendbanden und Kriminelle für die Gewalt verantwortlich. Acht Personen im Alter von 18 bis 22 Jahren seien festgenommen worden.

Zu den Zielen der Angreifer gehörte eine Polizeiwache in Jakobsberg. Auch zwei Schulen wurden beschädigt. In einem Kulturzentrum wurde Feuer gelegt. Als Auslöser der Krawalle gilt der Tod eines Mannes im Stadtteil Husby. Der mit einer Machete bewaffnete 69-Jährige war von der Polizei erschossen worden - laut offizieller Darstellung war es Selbstverteidigung.

Schwedens Justizministerin Beatrice Ask kündigte an, Gewalt und Vandalismus in den Vororten zu bekämpfen. Angriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte seien inakzeptabel, sagte sie.

Die Unruhen haben eine erneute Debatte über den Abbau des Sozialsystems und den Zuzug von Einwanderern ausgelöst. Schweden reduziert seit den neunziger Jahren die staatlichen Unterstützungsleistungen. Dadurch nahm das soziale Gefälle so stark zu wie in keinem anderen OECD-Land. Insbesondere Einwanderer sind von Jugendarbeitslosigkeit und Armut betroffen.

hut/Reuters/dpa



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