Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Urteil: Araber gab sich als Jude aus - Haft

Kann einvernehmlicher Sex rückwirkend eine Vergewaltigung sein? Ein Gericht ist dieser Meinung. Ein Palästinenser hatte sich einer Israelin gegenüber als Jude ausgegeben und war eine sexuelle Beziehung mit ihr eingegangen. Als die Frau erfuhr, dass der Mann Araber ist, zeigte sie ihn an.

Jerusalem - Weil er sich vor dem Sex mit einer Israelin als Jude ausgab, ist ein Palästinenser von einem israelischen Gericht der Vergewaltigung schuldig gesprochen worden. Wie die Zeitung "Haaretz" am Dienstag berichtete, räumte der 30-Jährige ein, der Frau vorgegaukelt zu haben, er sei ein alleinstehender Jude und auf der Suche nach einer Freundin. Die Frau ging eine sexuelle Beziehung mit ihm ein, zeigte ihn aber an, als sie von seiner wahren Identität erfuhr. In Wirklichkeit war der in Ost-Jerusalem lebende Mann Araber und verheiratet.

Ein Gericht in Jerusalem verurteilte den Mann laut "Haaretz" am Montag zu 18 Monaten Haft, 30 weitere Monate wurden zur Bewährung ausgesetzt. Er muss der jungen Frau, die er im September 2008 kennengelernt hatte, außerdem Schmerzensgeld zahlen. Die Richter erklärten, es handle sich nicht um einen "klassischen Vergewaltigungsfall unter Einsatz von Gewalt". Das Vergehen sei aber schwer genug, um eine Gefängnisstrafe zu rechtfertigen. Die Angabe einer falschen Identität vor sexuellen Beziehungen kann in einigen Ländern als Vergewaltigung gewertet werden, unter anderem in den USA.

fro/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Geschichte Israels

DER SPIEGEL
Interaktiv: Das Heilige Land im Wandel


Fotostrecke
Israels Regierungschefs: Wechselspiel der Macht

Die Streitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern
Klicken Sie auf die Überschriften, um Details zu erfahren:
Grenzen
REUTERS
Palästinensische Politiker fordern, dass Israel sich aus den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten zurückzieht. Das Westjordanland und Gaza sollen Staatsgebiet des unabhängigen Staates Palästina sein - mit der Hauptstadt Jerusalem.

Israel wäre wohl bereit, sich aus mehr als 90 Prozent des Westjordanlands zurückzuziehen und einen Kompromiss einzugehen: Israel behält die großen Siedlungsblöcke und entschädigt die Palästinenser dafür mit Land in der Wüste Negev, das an Gaza grenzt.
Rückkehrrecht der Flüchtlinge
Getty Images
Israel soll das Recht auf Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge anerkennen, so wie es die Resolution 194 der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschreibt. Wie das Recht praktisch umgesetzt wird, soll in einem bilateralen Abkommen geregelt werden.

Israel will das Recht auf Rückkehr nur für die Gebiete eines zukünftigen Staates Palästina in die Praxis umsetzen. Es soll keine Rückkehr in israelisches Territorium geben.
Verbindung zwischen Gaza und dem Westjordanland
AP
Die Palästinenser fordern einen Landweg zwischen den räumlich getrennten Territorien des Gaza-Streifens und des Westjordanlands, der vom Staat Palästina verwaltet und gesichert wird.

Israel will das Westjordanland und Gaza durch hohe Brücken oder Tunnel miteinander verbinden. Israel verwaltet und sichert den Verbindungsweg.
Jerusalem
REUTERS
Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt des zu gründenden palästinensischen Staates. Der gesamte Tempelberg würde dann vom Staat Palästina kontrolliert, nur die Klagemauer stünde weiterhin unter israelischer Hoheit.

Israel will die Mehrheit der palästinensischen Viertel Jerusalems vom Staat Palästina verwalten lassen, die jüdischen Enklaven in Ost-Jerusalem stehen unter israelischer Verwaltung. Beide Staaten kontrollieren den Tempelberg gemeinsam, möglicherweise mit internationaler Beteiligung.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: