Diskriminierung US-Pfadfinder schließen Homosexuelle weiter aus

Zwei Jahre haben sich die US-Pfadfinder Zeit gelassen, um ein Verbot von Homosexuellen in ihren Reihen zu überprüfen. Nun steht ihre Entscheidung fest: Schwule und Lesben dürfen auch weiterhin weder Betreuer noch einfaches Mitglied bei den Boy Scouts sein.


Washington - Die Pfadfinder in den USA wollen auch künftig keine Homosexuellen in ihren Reihen dulden. Es gebe keine Notwendigkeit, von diesem Verbot abzurücken, teilten die Boy Scouts of America mit. Sie hatten zuvor fast zwei Jahre lang ihre internen Statuten überprüft. Der Ausschluss von Homosexuellen richtet sich sowohl gegen jugendliche Mitglieder als auch gegen schwule und lesbische Erwachsene, die als ehrenamtliche Betreuer oder Angestellte für die Boy Scouts arbeiten wollen.

Die große Mehrheit der Eltern von Pfadfindern stehe hinter der Entscheidung, sagte Scouts-Chef Bob Mazzuca. "Sie legen auf das Recht wert, Fragen zur gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung innerhalb der Familie oder mit Hilfe eines Geistlichen anzusprechen."

Die Einstellung führte in der Vergangenheit bereits zu zahlreichen Protesten. In jüngerer Zeit gab es auch innerhalb der Organisation Versuche, die Entscheidung über die Aufnahme schwuler Jugendlicher den örtlichen Verbänden zu überlassen. Diese Vorstöße scheiterten jedoch am Widerstand des Vorstandes.

Das Oberste Gericht der USA hat im Jahr 2000 den Ausschluss Homosexueller bei den Pfadfindern in einem Urteil gebilligt. Die Boy Scouts hätten ein Recht, frei über ihre Mitglieder zu entscheiden, hieß es damals. Homosexualität sei nach Auffassung der Pfadfinder unvereinbar mit ihren Werten, betonten die Richter. Die 1910 gegründete Organisation zählt nach eigenen Angaben 2,7 Millionen jugendliche Mitglieder.

aar/dpa

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