USA Dutzende Tote nach verheerenden Wirbelstürmen

Mehr als 100 Tornados, Springfluten, Hagelkörner, so groß wie Basebälle: Eine ungewöhnlich heftige Serie von Frühjahrsstürmen hat in mehreren amerikanischen Bundesstaaten schwere Verwüstungen angerichtet und zahlreiche Todesopfer gefordert.

AP

Chicago - Auf einem dreitägigen Zerstörungszug durch sieben Bundesstaaten von Oklahoma im Mittleren Westen bis Virginia im Osten haben heftigen Unwetter mindestens 40 Menschen getötet, Hunderte wurden verletzt. Hunderttausende Menschen waren zeitweise ohne Strom.

Der US-Wetterdienst zählte seit Donnerstag mehr als 100 Tornados. Das sei ein Rekordwert, hieß es in Medienberichten. Ein Meteorologe des Fernsehsenders CNN sprach von der schlimmsten Tornado-Serie seit Jahrzehnten. "Das passiert nicht sehr oft in diesem Teil des Landes", sagte Jacqui Jeras.

Besonders hart trafen die Unwetter in der Nacht zum Sonntag den Staat North Carolina. Dort kamen laut der Wetterbehörde mehr als 20 Menschen ums Leben. Rettungskräfte begannen nach Tagesanbruch, weitere mögliche Opfer zu suchen. In der Großstadt Raleigh starben den Berichten zufolge drei Bewohner eines Wohnwagenparks, als das Unwetter mehrere der als Häuser genutzten Vehikel zerstörte.

Auch in Virginia wurden massive Sturmschäden verzeichnet. Die Behörden sprachen am Sonntag von vier Toten. Im Shenandoah Valley, eine gute Autostunde von der US-Hauptstadt Washington entfernt, starb ein Kind, als es von einer Springflut weggespült wurde. Ein weiteres Flutopfer wurde gerettet, ein anderes galt als vermisst. Im Landkreis Gloucester County weiter im Süden riss der Sturm das Dach von einer Schule, in der am Wochenende aber kein Unterricht stattfand.

Es begann in Arkansas

Die Sturmfront hatte in der Nacht zum Freitag zunächst den Bundesstaat Arkansas besonders schwer getroffen. Dort allein kamen sieben Menschen ums Leben, als entwurzelte Bäume auf Häuser und Wohnmobile stürzten. So wurden in der Gemeinde Crystal Springs ein Vater und seine 18 Monate alte Tochter von Trümmern im Schlaf erschlagen. Auch ein Junge kam ums Leben.

Der Sturm zog auch eine Schneise der Verwüstung durch Little Rock, die Hauptstadt des Staates. Dort starben nach Medienberichten eine Mutter und ihr achtjähriger Sohn: Die Frau hatte sich zu ihrem verängstigten Kind ins Bett gelegt, als der Sturm durch ihr Wohngebiet raste.

Zwei Menschen kamen in Oklahoma ums Leben, in der Nacht zum Samstag dann sieben weitere in Alabama und ein Einwohner in Mississippi. In Marengo County in Alabama wüteten innerhalb von sechs Stunden vier Wirbelstürme hintereinander. Zu den Opfern dort gehören ein Mann, dessen Wohnmobil etwa 400 Meter weit über eine Landstraße gewirbelt wurde, und eine Mutter samt zweier Kinder. In manchen Gebieten waren die Zerstörungen so groß, dass der Gouverneur für den gesamten Bundesstaat den Notstand ausrief. Auch Kansas und Texas wurden von den Stürmen nicht verschont.

Der Fernsehsender MSNBC berichtete, in Alabama seien allein am Freitag sieben Menschen gestorben. Am Samstag hinterließ der Sturm laut NBC eine Spur der Verwüstung im Bundesstaat North Carolina. Dort starben dem Fernsehbericht zufolge mindestens fünf Menschen. Die Tornados rissen Bäume und Strommasten um, Dächer wurden durch die Luft gewirbelt, Sattelzüge über Autobahnen geschleudert. Zahlreiche Tote und Verletzte werden die Rettungskräfte in den betroffenen Staaten wahrscheinlich erst in den nächsten Stunden entdecken.

Am Sonntag hat die Wetterbehörde zunächst alle Tornado-Warnungen aufgehoben. Die Wetterlage werde sich vorerst beruhigen, hieß es.

bor/dpa/AP

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Zyklotron, 17.04.2011
1. Klimawandel verboten
Die Amerikaner sollten dem Klima endlich klar machen, dass es sich nicht zu ändern hat. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass jährlich immer mehr Unwetter die Papphäuser amerikanischer Patrioten dem Erdboden gleich machen.
Lottofreak 17.04.2011
2. Tja irgendwann wenn halb Amerika plattgefegt ist
durch Katasprohen wird man vielleicht mal anfangen über die eigens erzeugte Klimakastrophe nachzudenken- den Politikern dort scheint nicht klar zu sein daß es schon jetzt dazu zu spät ist- wer nicht hören will der muß es halt spüren-
Jonny_C 17.04.2011
3. Heftig !
Das muss wirklich heftig gewesen sein ! Auf einem der Bilder ist ein zerstörtes gemauertes Steinhaus zu sehen. Sowas ist sonst nach Tornados eher selten. Da trifft es ja meistens die Holzhäuser und Trailer-Parks..... Mein Beileid an die Hinterbliebenen der Toten. Alles Gute für den Wiederaufbau. Vielleicht baut man jetzt Häuser in der Art der geodätischen Zelte, auch Kakerlakenform genannt ? Da kann der Wind nicht unterfassen. Hilft gegen herumfliegende Teile aber leider auch nicht.....
diwoccs 17.04.2011
4. Papphäuser
Zitat von ZyklotronDie Amerikaner sollten dem Klima endlich klar machen, dass es sich nicht zu ändern hat. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass jährlich immer mehr Unwetter die Papphäuser amerikanischer Patrioten dem Erdboden gleich machen.
Ich freue mich immer, wenn im SPON von amerikanischen Papp- oder Kartonhäusern gesprochen wird- zumeist wohl von Leuten, die keine Ahnung haben. Sie haben ja recht: die Amerikaner bauen keine Häuser für ihre Urenkel,sondern für sich selbst für vielleicht 10 Jahre. Dann ziehen sie sowieso um
josh67 17.04.2011
5. Deutsch
Zitat: "Auf dreitägigen Zerstörungszug durch sieben Bundesstaaten von Oklahoma im Mittleren Westen bis Virginia im Osten haben heftigen Unwetter seit 20 Jahren mindestens 40 Menschen getötet, Hunderte wurden verletzt. Hunderttausende Menschen waren zeitweise ohne Strom." Was ist das für eine Satz? Liest denn niemand Korrektur?
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