Nach Schulmassaker Kirche plant Zeremonie mit AR-15 Gewehren

"Herrschen mit eiserner Faust": Eine Religionsgemeinschaft in den USA bereitet einen Gottesdienst mit Schusswaffen vor. Erwartet werden Hunderte Teilnehmer, eine nahegelegene Schule zieht kurzzeitig um.

Verkäufer mit AR-15 Gewehren
REUTERS

Verkäufer mit AR-15 Gewehren


Eine Religionsgemeinschaft im US-Staat Pennsylvania plant einen Gottesdienst mit Schusswaffen. Die "World Peace and Unification Sanctuary"-Kirche hat ihre Mitglieder dazu aufgefordert zu einer bestimmten Zeremonie AR-15 Gewehre mitzubringen. Dieser Waffentyp, so glauben die Anhänger, würde den "Herrscherstil der eisernen Faust" der biblischen Johannesoffenbarung symbolisieren.

Die Gemeinschaft, eine Abzweigung der auch als Moon-Bewegung bekannten Vereinigungskirche, hat explizit Paare aufgefordert, halbautomatische Gewehre zu der speziellen "Bekenntnis-Zeremonie" mitzubringen. Für die Veranstaltung am Mittwoch werden mehrere hundert Teilnehmer erwartet.

Gleiche Waffe wie beim Amoklauf von Parkland

Die Zeremonie sei bereits Monate vor dem Amoklauf in Parkland Mitte Februar geplant worden, sagten die Veranstalter. Bei dem Massaker soll nach Behördenangaben ebenfalls ein AR-15 Gewehr benutzt worden sein.

Mitglieder der häufig als Sekte beschriebenen Religionsgemeinschaft betonten, dass die Waffen nicht geladen und gesichert sein würden. Außerdem solle jede Waffe beim Eintritt überprüft werden.

Nahegelegene Grundschule lässt Unterricht ausfallen

An einer nahegelegenen Grundschule wurde der Unterricht am Tag der Zeremonie bereits abgesagt. In einem Brief an die Eltern schrieb der Leiter des Schuldistrikts, dass "der Schule und auch der Gemeinde keine direkte Gefahr" drohe.

Doch aufgrund des "Charakters der Veranstaltung" würden die Schüler an einer weiter entfernten Schule unterrichtet werden. Zudem würden zusätzliche Sicherheitskräfte die ganze Woche über an der Schule präsent sein.

Die Vereinigungskirche distanziert sich

Die Vereinigungskirche distanzierte sich indes von der Veranstaltung mit der Begründung, dass ihre Veranstaltungen und Lehren keine Waffen involvierten.

"World Peace and Unification Sanctuary" spaltete sich vor Jahren von der Vereinigungskirche ab. Der Anführer der jüngeren Religionsgemeinschaft ist Sean Moon, Sohn von Sun Myung Moon, welcher die Vereinigungskirche gründete.

Die Vereinigungskirche und ihre Abspaltungen werden häufig als Sekten bezeichnet. Ihre Lehren bauen auf einer Offenbarung auf, die Sun Myung Moon von Jesus Christus gehabt haben will.

ans/AP



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