United Airlines Aufregung um angebliches Dosen-Verbot für Muslimin

Ärger für United Airlines: Die Fluglinie sieht sich laut einem CNN-Bericht dem Vorwurf des Rassismus ausgesetzt, nachdem eine Stewardess sich weigerte, einer Muslimin eine ungeöffnete Dose Cola zu geben - aus Sicherheitsgründen.

United-Airlines-Flieger: Keine geschlossenen Dosen, weil man die als Waffen nutzen könnte?
AFP

United-Airlines-Flieger: Keine geschlossenen Dosen, weil man die als Waffen nutzen könnte?


Tahera Ahmad ist eine selbstbewusste Frau, die es gewohnt ist, auch in der Öffentlichkeit mit kontroversen Situationen fertig zu werden. An der Northwestern University, Illinois, arbeitet sie als muslimisch-religiöse Betreuerin. Sie ist dort eine Art Diakonin, die als Ansprechpartnerin in Religionsfragen dient und als Kontaktmittlerin zwischen Studenten verschiedener Herkunft und Religion.

2014 war sie von der US-Regierung als "führende Muslimin" ausgezeichnet worden. "Es war nicht ihr erster Besuch im Weißen Haus", heißt es dazu in einer Meldung ihrer Universität: Einmal speiste sie schon mit Barack Obama, und mit Außenminister Kerry arbeitete sie in mehreren Initiativen.

All das sagt: Tahera Ahmad ist keine eifernde Fanatikerin.

Am Freitag bestieg sie laut einem CNN-Bericht einen Flieger nach Washington, um dort an einer Konferenz teilzunehmen, auf der es um den Dialog zwischen israelischen und palästinensischen Jugendlichen gehen sollte. Sie trug ein Kopftuch. Als sie die Stewardess um eine ungeöffnete Dose Cola bat, kam es zum Eklat, berichtete Ahmad kurz darauf via Facebook.

Die Stewardess verweigerte ihr die Dose mit der Begründung, dass sie diese als Waffe einsetzen könne. Zugleich soll die Servicekraft aber einem Mann neben Ahmad ein ungeöffnetes Bier gegeben haben. Als Ahmad protestierte, eskalierte die Situation.

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Nicht nur die Stewardess sei aggressiv geworden, behauptet Ahmad. Auch ein Passagier, an den sie sich hilfesuchend wandte, habe sie beschimpft. Der Mann habe sie fixiert und hasserfüllt angebrüllt, sie solle die Schnauze halten ("shut the fuck up!"). Natürlich würde sie die Dose als Waffe nutzen.

Ahmads Aussagen bei Facebook zogen einen Shitstorm, eine Flut von Protestnoten gegen United Airlines nach sich. Über Twitter verbreitet sich derzeit der Hashtag #unitedfortahera, über den zu einem Boykott der Fluglinie aufgerufen wird.

Die bemüht sich nun darum, die Wogen zu glätten. Das sei alles nur ein Missverständnis, das Unternehmen suche den Dialog mit Frau Ahmad, um das alles zu bereinigen. Man wäre froh, Ahmad wieder als Kundin begrüßen zu können - sie besitzt bei United Airlines Premium-Frequent-Flyer-Status.

Am Ende, sagt Ahmad, hätten sich sowohl die Stewardess als auch der Pilot für den Vorfall entschuldigt. Sie habe das alles auch nicht öffentlich gemacht, um United zu schaden. Es habe sie einfach erschüttert, dass sich die Leute im Flugzeug in dem Augenblick gegen sie wandten, als sie von ihnen Hilfe erhoffte.

Nach dem 11. September habe sie erlebt, wie man sie anspuckte und ihr das Tuch vom Kopf riss. "Dieses Mal wurde ich 10.000 Meter über dem Boden als Bedrohung für jeden um mich herum behandelt. Man sagte mir, ich könnte eine Coladose als Waffe missbrauchen, und niemand sagte etwas. Hier geht es um Bigotterie und Rassismus. Unser Land geht gerade durch schwere Zeiten."

Bei CNN erlebten binnen Stunden die Experten ihren Auftritt. Für sie stand allerdings eine andere Frage im Raum: Ob und in welchem Maße Ahmad das Unternehmen verklagen könne. Wenn ihr der Nachweis gelänge, sagte ein Rechtsexperte, dass auch die Bierdose geschlossen war, könne sie durchaus klagen.

pat

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