TV-Moderatorin Padma Lakshmi über Vergewaltigung "Ich habe niemandem etwas gesagt"

Die US-Moderatorin Padma Lakshmi wurde offenbar als 16-Jährige vergewaltigt. Bis jetzt hat sie darüber geschwiegen. Nun erklärt sie, warum.

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Eigentlich sei er ein netter Kerl gewesen, charmant und gutaussehend, erinnert sich die TV-Moderatorin Padma Lakshmi. Er habe sich mit ihren Eltern unterhalten und die 16-Jährige immer pünktlich nach Hause gebracht. "In der Silvesternacht vergewaltigte er mich", schreibt Lakshmi nun in der New York Times, "und ich habe es niemandem gesagt."

Der Grund dafür, dass Lakshmi nun ihr Schweigen bricht, ist die Debatte um Brett Kavanaugh. Donald Trumps Kandidat für den Obersten US-Gerichtshof werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Professorin Christine Blasey Ford beschuldigt Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung im Jahr 1982. Kurz danach berichtete eine zweite Frau über eine sexuelle Belästigung durch den Richter.

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Moderatorin spricht über Missbrauch: "Frauen zahlen für den Rest ihres Lebens"

Kavanaugh weist sämtliche Vorwürfe zurück und hält an seiner Kandidatur fest. Trump zweifelte die Vorwürfe an, weil die Frauen so lange geschwiegen hätten. Seitdem berichten Frauen weltweit auf den sozialen Netzwerken unter #WhyIdidntreport von Vergewaltigungen, über die sie bisher nicht gesprochen haben.

Auch die Schauspielerin und #Metoo-Aktivistin Alyssa Milano hatte vor drei Tagen darüber berichtet, als Jugendliche missbraucht worden zu sein und darüber lange Zeit geschwiegen zu haben. Ähnliches schreibt nun Lakshmi.

"Ich verstehe, warum die Frauen die Informationen [über Kavanaugh] für so viele Jahre für sich behalten haben, ohne die Polizei zu beteiligen. Jahrelang habe ich das Gleiche gemacht", schreibt die Moderatorin.

Ihr Freund habe sie im Schlaf vergewaltigt. Als sie davon aufgewacht sei und ihn angeschrien habe, von ihr abzulassen, habe er gesagt: "Ich dachte, es würde weniger wehtun, wenn du schläfst."

Sie gab sich selbst die Schuld

Sie habe versucht, die Nacht zu vergessen und sich anschließend selbst die Schuld gegeben. Denn sie habe sich vorgestellt, was Erwachsene einer 16-Jährigen antworten würden, die von einer Vergewaltigung berichtete: "Was hast du in seiner Wohnung gemacht? Warum warst du mit jemandem zusammen, der so viel älter ist?" Ihr Freund sei damals sieben Jahre älter gewesen.

In den 1980ern habe es für Vergewaltigungen noch keine Sprache gegeben, schreibt die 48-Jährige. Es habe sie Jahrzehnte gekostet, darüber mit ihren Partnern und Therapeuten reden zu können. "Manche sagen, ein Mann sollte keinen Preis für eine Tat bezahlen, die er als Teenager begangen hat. Aber die Frau zahlt den Preis für den Rest ihres Lebens."

Sie habe nichts davon, den Vorfall jetzt öffentlich zu machen, sagt Lakshmi, aber man dürfe nicht über Übergriffe schweigen, auch wenn sie lange zurücklägen. "Ich spreche jetzt, weil ich möchte, dass wir alle kämpfen, damit unsere Töchter diese Angst und Scham nicht kennen und unsere Söhne wissen, dass die Körper der Mädchen nicht zu ihrem Vergnügen existieren." Lakshmi hat eine Tochter.

Die Moderatorin der US-amerikanischen Kochshow "Top Chef" setzt sich für Frauenrechte und Gleichberechtigung ein. Sie war mit dem Bestsellerautor Salman Rushdie verheiratet.

evh



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