Uta Ranke-Heinemann Ratzinger - das reine Latein

Einst fühlten sie sich seelenverwandt. Später wurde Joseph Ratzinger Papst - und Uta Ranke-Heinemann verlor die Lehrbefugnis. Zum 80. Geburtstag von Benedikt XVI. erzählt die Theologin SPIEGEL ONLINE ihre persönliche Papst-Geschichte.

Von Alexander Schwabe


Essen - Sie starteten gemeinsam auf der Studierbank in München. Doch unterschiedlicher hätten ihre Karrieren nicht verlaufen können.

Ranke-Heinemann: Seelenverwandt mit dem Papst - aber Welten weg
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Ranke-Heinemann: Seelenverwandt mit dem Papst - aber Welten weg

Uta Ranke-Heinemann und Joseph Ratzinger - beide begannen ihre Laufbahn mit vielversprechenden akademischen Meriten.

Sie: weltweit die erste Frau, die in katholischer Theologie promovierte und sich 1969 habilitierte. Weltweit die erste auch, die einen Lehrstuhl für katholische Theologie inne hatte. Und weltweit die erste, die ihn verlor.

Er: Nach seinen Jahren als Professor wurde er Erzbischof und Kardinal. Seit zwei Jahren ist er nun Papst: Benedikt XVI.

Ranke-Heinemann, älteste Tochter des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, studierte zunächst 13 Semester evangelische Theologie und konvertierte 1953 zum Katholizismus. In München, wo sie 1954 bei Professor Michael Schmaus promovierte, lernte sie Joseph Ratzinger kennen, der zeitgleich seine Doktorarbeit bei Professor Gottlieb Söhngen schrieb.

Ratzinger wurde Professor in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg, dann Erzbischof des Bistums München/Freising (1977). Im gleichen Jahr wurde er zum Kardinal ernannt und 1981 von Johannes Paul II. nach Rom geholt, wo er 24 Jahre der Glaubenskongregation vorstand.

Ranke-Heinemann lehrte an der Universität Essen Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche. 1987 entzog ihr der Essener Bischof Franz Hengsbach die Lehrbefugnis, weil sie die Jungfrauengeburt als biologische Tatsache anzweifelte. Die erhoffte Hilfe von Ratzinger, mit dem sie brieflich verkehrte, blieb aus.

Ranke-Heinemann erhielt einen staatlichen Lehrstuhl für Religionsgeschichte. Ihre Bücher "Eunuchen für das Himmelreich" und "Nein und Amen" wurden Weltbestseller.

Seit den gemeinsamen Studientagen ist der Kontakt zwischen ihr und Ratzinger nicht abgerissen. Zum 80. Geburtstag von Benedikt XVI. erzählt die Theologin SPIEGEL ONLINE ihre persönliche Papst-Geschichte.

Lesen Sie, wie Kirchenkritikerin Uta Ranke-Heinemann die Geschichte des seelenverwandten Joseph Ratzinger wahrnahm - bis hin zu seinem Pontifikat:



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