Verdikt gegen Toleranz: Vatikan wettert gegen gleichgeschlechtliche Ehen

Kampagne für das Ewiggestrige: Der Vatikan hat seine Ablehnung von Eheschließungen von Homosexuellen bekräftigt. Die Kirche halte an der katholischen Lehre fest, auch wenn "politisch korrekte Ideologien in jede Kultur der Welt Einzug halten", ätzte das Papst-Blatt "L'Osservatore Romano".

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dapd

Petersdom: Kirchenfürsten stemmen sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe

Rom - Angesichts von immer mehr Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt werden, hat der Vatikan seine Ablehnung von Hochzeiten von Homosexuellen bekräftigt. Die Kirche halte an der katholischen Lehre fest, auch wenn "politisch korrekte Ideologien in jede Kultur der Welt Einzug halten", hieß es auf der Titelseite der Zeitung des Apostolischen Stuhls, "L'Osservatore Romano".

Wenn es um die katholische Glaubenslehre geht, gilt Spanien als eine der wichtigsten Bastionen des Vatikan. Doch seit dort das Verfassungsgericht das Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe bestätigt hat, herrscht Alarmstimmung. Mit aller Macht stemmt sich die Kirche gegen die zunehmende Toleranz.

In einem Interview mit Radio Vatikan bezog auch Federico Lombardi Stellung. Kinder sollten sagen können, dass sie eine Mutter und einen Vater haben, sagte der Vatikan-Sprecher: "Wenn nicht, warum wird dann nicht auch Polygamie erwogen und auch Polyandrie (Vielmännerei), natürlich um niemanden zu diskriminieren."

Der Vatikan reagierte mit den Äußerungen offenbar auf Entscheidungen der vergangenen Tage, bei denen in Spanien das Recht zur gleichgeschlechtlichen Ehe als verfassungsgemäß bestätigt und in Frankreich ein entsprechender Gesetzentwurf auf den Weg gebracht wurde. Auch in den USA erlaubten bei Referenden zuletzt drei zusätzliche Staaten Hochzeiten zwischen Homosexuellen. In Deutschland können gleichgeschlechtliche Paare ihre Beziehung seit 2001 offiziell machen.

mik/dapd

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