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Familiensynode im Vatikan: Homosexuelle enttäuscht von Kardinälen

Bischöfe und Kardinäle bei der Familiensynode: Kein Durchbruch für Homosexuelle Zur Großansicht
AP/dpa

Bischöfe und Kardinäle bei der Familiensynode: Kein Durchbruch für Homosexuelle

Die katholische Kirche sendet ein frustrierendes Signal an homosexuelle Gläubige. Eine reformerische Initiative bei der Familiensynode im Vatikan wurde jetzt im Keim erstickt. Glaubenslehre habe über pastorale Bedürfnisse gesiegt, klagen Betroffene.

Hamburg - Die Abschlussbotschaft der Familiensynode im Vatikan klammert heikle Themen wie den Umgang mit Schwulen und Lesben aus. Es sei "sehr enttäuschend", dass sich eine größere Akzeptanz, wie sie Papst Franziskus befürworte, nicht durchgesetzt habezitiert "BBC News" die Reaktion des Verbands DignityUSA .

Noch am vergangenen Montag hatte ein Zwischenbericht Aufsehen erregt, in dem es hieß, Homosexuelle könnten die Kirche mit ihren "Gaben und Eigenschaften" bereichern. Beobachter werteten das als neuen Ton der Kirche. Doch am Samstag wurde das brisante Thema im Vatikan nicht mehr angesprochen.

Die New Ways Ministry, ein katholischer Homosexuellenverband in den USA, zeigte sich ebenfalls enttäuscht, dass der Abschlussbericht der Synode "das gütige Willkommen zu lesbischen und schwulen Menschen" nicht mehr enthalte, das in dem Zwischenreport zum Ausdruck gekommen sei. Dennoch, so zitiert die BBC den Verband, mache die Offenheit der Synode, das Thema zu diskutieren, Hoffnung auf eine weitere Entwicklung.

DignityUSA erklärte: "Unglücklicherweise hat die Glaubenslehre über pastorale Bedürfnisse gesiegt. Es ist enttäuschend, dass diejenigen, die die Nachfrage nach einer integrativen Kirche erkannt haben, aus dem Feld geschlagen wurden."

Die Kirchenoberen hatten zwei Wochen lang beraten. In dem Abschlussdokument fanden die drei Punkte zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen und Geschiedenen nur eine einfache, nicht die eigentlich angestrebte Zweidrittelmehrheit, um die Haltung der gesamten Synode widerzuspiegeln. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi betonte am Abend, das nun verabschiedete Abschlussdokument diene als Grundlage für weitere Diskussionen. Es sei kein lehramtliches Dokument.

Offiziell geht die Familiensynode am Sonntag mit der Seligsprechung von Papst Paul VI. zu Ende. Zu der Messe mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz wird auch dessen Vorgänger, der emeritierte Papst Benedikt XVI., erwartet.

vek/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 189 Beiträge
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1. Einfach gehen.
j-db 19.10.2014
Wer an Gott glaubt braucht diese Kirche nicht.
2.
SvenMeier 19.10.2014
Mir tun diese Menschen leid: Sie wurden so indoktriniert, dass sie ihre eigenen Unterdrücker nicht abschütteln können.
3. ob man jetzt enttäuscht sein soll
dashaarindersuppe 19.10.2014
weil Menschen - die an ein fiktives Wesen glauben das mit Sicherheit NICHT existiert - einen selber nicht ernst nehmen sei mal dahingestellt !
4. Die Glaubenslehre
Schweigbrecher 19.10.2014
In dieser Organisation wird immer "die Glaubenslehre" über den gesunden Menschenverstand gehen. Ausgetreten.
5. gar nicht so dumm
GeBrau 19.10.2014
Die katholischen Bischöfe sind gar nicht so dumm. Aufgeklärten und jüngeren Menschen kann die katholische Kirche mit ihren Feudal-Bischöfen in bunten Röckchen kaum noch etwas bieten. Also besinnt man sich auf ein Markenzeichen der kathlischen Kirche: Hass auf Homosexuelle zu streuen. So weiß man wenigstens noch den braunen Mob hinter sich.
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