Vatikan Papst ändert Regeln für Konklave

Papst Benedikt XVI. hat die Regeln für das Konklave zur Wahl seines Nachfolgers geändert. Damit kann die Wahl vor dem bisher anvisierten Termin Mitte März stattfinden. Die Bedingung: Alle wahlberechtigten Kardinäle müssen in Rom sein.


Rom - Papst Benedikt XVI. hat kurz vor dem Ende seines Pontifikats die Regeln für die Wahl seines Nachfolgers geändert und damit ein früheres Konklave möglich gemacht. Das Kardinalskollegium könne den Beginn der Papstwahl vorziehen, sofern alle Kardinäle in Rom anwesend seien, teilte der Vatikan am Montag in Rom mit.

Das Apostolische Schreiben (Motu proprio) des Papstes legt es damit in die Hand der Kardinäle, das Konklave entgegen der bisherigen Frist bereits vor dem 15. März zu eröffnen. Vor allem solle dafür gesorgt werden, dass die wahlberechtigten Kardinäle von niemandem angesprochen würden auf dem Weg in die Sixtinische Kapelle, wo die Wahl stattfindet, schreibt Benedikt XVI. Das Motu Proprio "Normas nonnullas" (lateinisch für "einige Normen") legt außerdem fest, dass zwei Kardinäle, die in eine Stichwahl gehen, nicht mehr wahlberechtigt sind.

In Rom war seit Tagen spekuliert worden, diese Versammlung werde bereits am 10. oder 11. März beginnen. Die vorgesehene Frist von 15 bis 20 Tagen nach Beginn der Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri") bis zum Konklave soll wahlberechtigten Kardinälen normalerweise Zeit geben, um aus aller Welt nach Rom zu reisen. Da Benedikt seinen Rücktritt früh angekündigt hatte, können sich die wahlberechtigten Kardinäle auf eine baldige Anreise einstellen.

ala/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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matthias_b. 25.02.2013
1. Ok
Bin einverstanden.
jfsjbb 25.02.2013
2. 15-20 Tage für die Anreise?
Das wird oft zitiert, ist aber trotzdem nicht ganz richtig. Die Konstitution "Universi Dominici Gregis" spricht davon dass das Konklave am 15. Tag nach Eintreten der Sedisvakanz zu beginnen habe, und der einzige Grund, noch 5 Tage draufzulegen, wäre das verspätete Eintreffen wahlberechtigter Kardinäle. Diese haben sich aber, nachdem Sie die offizielle "Vorladung" zum Konklave erreicht hat, unverzüglich nach Rom zu begeben, was bei den heutigen Reisemöglichkeiten keine 15 Tage dauern kann. Was in der gesamten Berichterstattung bisher unterbleibt, ist der Hinweis auf die 9-tägige Trauerfrist für den verstorbenen Papst, die ja in diesem Fall nicht erforderlich ist, sowie der Hinweis auf die notwendigen organisatorischen Maßnahmen (Vorbereitung der Sixtinischen Kapelle sowie des Domus Sanctae Marthae, Schaffung der Gegebenheiten für eine strikte Abschottung der Kardinäle, ...). All diese Dinge konnten sonst erst dann begonnen werden, wenn das Eintreten der Sedisvakanz bekannt war, also mit dem Tod des Papstes. Ein Rücktritt, wie es ihn ja seit Jahrhunderten nicht mehr gegeben hat, schafft da ganz andere Voraussetzungen. Ich hätte es für eine der Würde des Papstamtes absolut angemessene Zeremonie gehalten, wenn die letzte Amtshandlung des scheidenden Papstes darin bestanden hätte, den eigenen Fischerring zu zerstören und danach die Kardinäle mit einem letzten Segen direkt ins Konklave zu schicken. Zeit genug für die Vorbereitungen wäre ja da.
slider 25.02.2013
3. Die Wahl kann in einer Stunde erledigt sein
Ich sage nur Konferenz über Skyp.
dadanchali 25.02.2013
4. nee
Zitat von sysopAFPPapst Benedikt XVI. hat die Regeln für das Konklave zur Wahl seines Nachfolgers geändert. Damit kann die Wahl vor dem bisher anvisierten Termin Mitte März stattfinden. Die Bedingung: Alle wahlberechtigten Kardinäle müssen in Rom sein. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/vatikan-papst-aendert-regeln-fuer-konklave-a-885416.html
Vielleicht hat man im Vatikan gemerkt, dass nur noch wenige auf dem Esel anreisen. Ansonsten eine typische "Sack Reis fällt in China um" Meldung.
bafibo 25.02.2013
5. Das einzige,
was wirklich nicht geht, ist ein Beginn des Konklave vor Ende der Amtszeit des Vorgängers, da der neue Papst unmittelbar nach dem erfolgreichen Wahlgang eingekleidet und der Öffentlichkeit mitsamt seinem neuen Papstnamen vorgestellt wird. Wäre der alte dann noch im Amt, hätten wir zwei Päpste (und dabei ist einer schon zuviel) ...
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