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Vatikan

Papst beruft Kirchengipfel zu Missbrauchsvorwürfen ein

Nach dem Missbrauchsskandal in den USA und einem neuen Bericht über Sexualstraftaten in deutschen Bistümern hat der Papst die Leiter aller Bischofskonferenzen in den Vatikan einberufen.

DPA

Papst Franziskus während seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz

Mittwoch, 12.09.2018   14:19 Uhr

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Papst Franziskus will im Skandal um die Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche die Chefs aller nationalen Bischofskonferenzen zu einem Gipfeltreffen laden. Wie der Vatikan mitteilte, solle dieser Kirchengipfel vom 21. bis zum 24. Februar im Vatikan stattfinden. Die neun Mitglieder des Kardinalsrats, die den Papst in der Frage von internen Kirchenreformen beraten, hätten mit Franziskus intensive Gespräche über das Missbrauchsthema geführt, hieß es weiter.

Berichte über den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester erschüttern die Kirche immer mehr - der Papst steht zunehmend unter Druck. Der SPIEGEL veröffentlichte am Morgen Teilergebnisse einer Missbrauchsstudie, die die deutsche Bischofskonferenz in Auftrag gegeben hat. Demnach war sexueller Missbrauch in der deutschen Kirche in der Vergangenheit weit verbreitet. Die Serie der Missbrauchsfälle habe sogar bis zum Ende des Untersuchungszeitraums angedauert.

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Inmitten der Diskussion um den Vorwurf, er habe Missbrauch in der US-Kirche vertuscht, wird Papst Franziskus am Donnerstag mit Kirchenvertretern aus den USA zusammentreffen. Teilnehmen werden unter anderem der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der USA, Daniel DiNardo, sowie Kardinal Sean O'Malley, der Vorsitzende der bischöflichen Kommission zum Schutz Minderjähriger.

Der frühere Vatikan-Botschafter in den USA, Carlo Maria Vigano, hatte Papst Franziskus in einem offenen Brief vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen den damaligen US-Kardinal Theodore McCarrick fünf Jahre lang ignoriert und Strafmaßnahmen gegen den Geistlichen aufgehoben zu haben. Franziskus habe den Geistlichen "bis zum bitteren Ende gedeckt", erklärte Vigano. Als Konsequenz forderte er die Abdankung des Papstes. Franziskus lehnte es bislang ab, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

ala/dpa

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